Zeitschriften und Zeitungen

GegenStandpunkt

Die Zeitschrift GegenStandpunkt bietet, vierteljährlich, marxistische Theorie.

Nein, zeitgemäß ist das nicht. Aber was heißt das schon? Wenn Leute, die bisher schon nichts vom Marxismus wissen wollten, jetzt außerdem noch sicher sind, daß sie damit im Trend liegen: Sollen Marxisten sich davon beeindrucken lassen und auch lieber andere, modischere Gedanken fassen? Wenn ein linker Anstrich kein Publikumsinteresse mehr weckt; wenn weltweit ein anderer Wind weht, in den Gelegenheitsdenker ihr Mäntelchen hängen: Macht das den Kapitalismus über jede Kritik erhaben? Sollen seine Gegner den Mund halten und sich schleunigst bekehren, ausgerechnet weil die Chefs gewisser Staaten im Osten, die den Kommunismus auf eine idealistische Phrase heruntergebracht und ihre Überzeugungsarbeit mit dem Staatssicherheitsdienst betrieben haben, jetzt den Fortschritt von der Volksdemokratie zur Demokratie und vom planerisch verbesserten Kapitalismus zum richtigen geschafft haben? Warum sollten Kritiker des siegreichen Systems überhaupt einer „Zeit“ „gemäß“ sein, die sie nach Strich und Faden für verkehrt und schädlichnhalten? Da schreiben sie die Argumente, die sie gegen diese „Zeit“ auf Lager haben, doch lieber ordentlich auf.

Neueste Beiträge

Dobrindts Migrationswende

GegenStandpunkt, 11. Juni 2026
Die Selbstverständlichkeit, mit der Migrationspolitik in der Merz-Republik einzig und allein darin besteht, der Nation ungebetene und deswegen als „irregulär“ definierte Migranten vom Hals zu halten resp. sie wieder loszuwerden, zeugt davon, dass die Nation die entscheidende politische Wende, (…)

Mit Sozialreformen das Volk flott machen

GegenStandpunkt, 2. Juni 2026
In der aktuellen Weltlage kann sich Deutschland auf immer weniger verlassen. Überall muss die Merz-Regierung sich eingestehen, nicht Herr über die Bedingungen zu sein, die Deutschland für seine Weltmachtambitionen unbedingt braucht. Umso entschiedener besinnt sie sich darauf, im deutschen Haus (…)

Landtagswahlen im Südwesten

GegenStandpunkt, 31. Mai 2026
Der massenhafte Anklang der AfD bereitet der Öffentlichkeit also einige Sorgen um die zukünftigen politischen Verhältnisse in Deutschland.

Trumps Krieg gegen Iran und „wir“

GegenStandpunkt, 30. Mai 2026
Der Krieg im Nahen Osten ist, so der Kanzler, ‚nicht unser Krieg‘. Warum? Wir sind nicht gefragt worden, hätten Nein gesagt, vermissen die Strategie. So die ebenso anspruchsvolle wie zynische Auskunft beanspruchter deutscher Mitzuständigkeit. Also auch dieser Krieg ein Auftrag, für mehr (…)

Der Iran-Krieg und die Energiepreise

GegenStandpunkt, 25. Mai 2026
Der Krieg im Iran richtet jede Menge Schaden an – nicht nur für die Menschen vor Ort, die von den kriegführenden Parteien mit Bomben und Raketen terrorisiert werden, sondern für unzählige weitere weltweit, für die das Leben teurer wird, die also schlagartig ärmer werden. Das liegt bekanntlich (…)

Die Sprache der Macht lernen

GegenStandpunkt, 23. Mai 2026
Zwei Dinge sind klar, wenn der Kanzler programmatisch verkündet, in den neuen harten und schwierigen Zeiten müsse Deutschland „die Sprache der Macht lernen“: Um Neuerungen auf dem Feld der politischen Erklärungen geht es nicht. Was gemeint ist, wird im Vorwurf an den Präsidenten des (…)

Die Sozialpartnerschaft zwischen VW und IG Metall

GegenStandpunkt, 20. Dezember 2024
Wenn ein deutscher Industriekonzern vom Schlage VW erklärt, sich in einer Krise zu befinden, dann gibt das interessierten Wirtschaftsexperten viel Gelegenheit, sich über die Versäumnisse zu verbreiten, aufgrund derer unser einstiger Vorzeigeautobauer den Anschluss im internationalen Wettbewerb (…)
GegenStandpunkt. Politische Vierteljahreszeitschrift

Logo von GegenStandpunkt
Beschreibung Marxistische Theoriezeitschrift
Sprache Deutsch
Verlag GegenStandpunkt VerlagsGmbH
Hauptsitz München
Erstausgabe 1992
Erscheinungsweise vierteljährlich (März / Juni / September / Dezember)
Chefredakteur Peter Decker
Herausgeber Bruno Schumacher
Weblink gegenstandpunkt.com
ISSN (Print)

GegenStandpunkt. Politische Vierteljahreszeitschrift ist eine marxistische Theoriezeitschrift aus dem gleichnamigen Verlag mit Sitz in München, die seit 1992 regelmäßig erscheint. In der Nachfolge verschiedener Publikationen der Marxistischen Gruppe (MG), besonders der Marxistischen Streit- und Zeitschrift (MSZ), führt sie inhaltlich deren Linie fort. Die Zeitschrift wurde bis zum Jahr 2018 vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet und in den Bereich des Linksextremismus eingeordnet.[1]

Der GegenStandpunkt erscheint vierteljährlich mit einem Umfang von 100–200 Seiten. Die Zeitschrift gliedert sich in eine Rubrik mit kürzeren, teilweise polemischen Kommentaren zu Ereignissen des abgelaufenen Quartals (Chronik – Kein Kommentar!) und den Hauptteil mit ausführlichen Analysen der Fortschritte von Geschäft und Gewalt entsprechend der GegenStandpunkt-eigenen Kapitalismuskritik. Häufig widmet sich das Heft in aktualisierten Fassungen Grundsatzfragen von bürgerlichem Staat und kapitalistischer Ökonomie (z. B.: Der Staatshaushalt, Die Währung und ihr Wert, Der Islam, Das Volk). Die Jahrgänge bis 2024 sind auch über die Website als E-Book frei abrufbar.[2]

Karl Held war verantwortlicher Redakteur seit der Gründung 1992 bis zu seinem Tod 2010, sein Nachfolger in dieser Funktion ist Peter Decker. Mitarbeiter sind der Industriesoziologe Theo Wentzke sowie die ehemaligen Bremer Hochschullehrer Margaret Wirth und Freerk Huisken.

In einigen Städten wurden auch Hörfunkbeiträge von nichtkommerziellen Rundfunksendern verbreitet (Frankfurt am Main – Radio X; München – Radio Lora; Marburg – Radio Unerhört Marburg; Wien – Orange 94.0).

Zum Verlagsprogramm gehört neben der Zeitschrift eine Buchreihe zu Themen wie Arbeit und Reichtum, Das Finanzkapital, Das Proletariat, Der bürgerliche Staat, Imperialismus, Der Faschismus, Die Psychologie des bürgerlichen Individuums, Das Geld sowie diverse Broschüren zur Kritik der bürgerlichen Wissenschaft.

Der Verlag veröffentlicht sämtliche Publikationen in deutscher Sprache und übersetzt einzelne Artikel und Publikationen in andere Sprachen und veröffentlicht diese kostenfrei. So veröffentlicht der GegenStandpunkt übersetzte Publikationen auf Englisch,[3] Spanisch,[4] Französisch,[5] Italienisch,[6] Russisch,[7] und Niederländisch.[8]

Einstufung durch den Verfassungsschutz

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Die vom Bremer Verfassungsschutz 2007 als „konspirativ tätige, sektenartige Organisation“[9] bezeichnete Gruppierung hatte nach Angaben des Bundesverfassungsschutzes bundesweit 2018 etwa 3000 Mitglieder[1] (2014 etwa 4000, 2012 etwa 5000, 2011 etwa 7000, 2007 etwa 10.000[10]), unter ihnen viele ehemalige Mitglieder der Marxistischen Gruppe. Das „Fernziel der Gruppe“ ist laut Verfassungsschutzbericht des Bundes 2012 „die revolutionäre Überwindung der bestehenden, pauschal als ‚Kapitalismus‘ verunglimpften verfassungsmäßigen Ordnung, allerdings ist dies nach eigener Einschätzung gegenwärtig nicht zu verwirklichen“.[11]

„Die sektenartig organisierte Gruppe ‚GegenStandpunkt‘ (GSP) vertritt eine modifizierte Marxismus-Konzeption. Sie lehnt die parlamentarische Demokratie als ‚perfekte Form bürgerlicher Herrschaft‘ ab. Ihr Ziel ist die Errichtung einer sozialistischen beziehungsweise kommunistischen Gesellschaft durch die revolutionäre Überwindung der gegenwärtigen Staats- und Gesellschaftsordnung. Aufgrund ihres elitären Marxismus-Verständnisses ist die Gruppierung in der linksextremistischen Szene weitgehend isoliert.“

Verfassungsschutzbericht des Bundes 2018, S. 154
Commons: GegenStandpunkt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. a b Verfassungsschutzbericht 2018. (PDF,8 MB) Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, abgerufen am 11. Dezember 2022. 
  2. gegenstandpunkt.com
  3. GegenStandpunkt-Verlagsprogramm auf Englisch. Abgerufen am 1. Januar 2019 (englisch). 
  4. GegenStandpunkt-Verlagsprogramm auf Spanisch. Abgerufen am 1. Januar 2019 (spanisch). 
  5. GegenStandpunkt-Verlagsprogramm auf Französisch. Abgerufen am 1. Januar 2019 (französisch). 
  6. GegenStandpunkt-Verlagsprogramm auf Italienisch. Abgerufen am 1. Januar 2019 (italienisch). 
  7. GegenStandpunkt-Verlagsprogramm auf Russisch. Abgerufen am 1. Januar 2019 (russisch). 
  8. GegenStandpunkt-Verlagsprogramm auf Niederländisch. Abgerufen am 1. Januar 2019 (niederländisch). 
  9. Verfassungsschutzbericht Bremen 2007 (PDF; 726 kB)
  10. Verfassungsschutzbericht 2007. Senator für Inneres und Sport, Freie Hansestadt Bremen, Juni 2008 (Seite 62)
  11. Verfassungsschutzbericht des Bundes 2012, S. 205 (Memento vom 28. Dezember 2013 im Internet Archive) (PDF; 2,4 MB).