Sozialwissenschaften
Beiträge
FORVM, No. 301/302

Ehe ist Blödsinn

Januar
1979

Cheryl Benard / Edit Schlaffer: Die ganz gewöhnliche Gewalt in der Ehe. Texte zu einer Soziologie von Macht und Liebe, rororo Frauen aktuell, hrsg. von Susanne von Pacsensky, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1978, 198 Seiten, DM 4,80 öS 47,40 ... Röslein wehrte sich und stach, Half ihm doch (...)

FORVM, No. 311/312

Konsum frißt Arbeiter

Soziologie der Budapester Autobusfabrik Ikarus
November
1979

Der „reale Sozialismus“ in Osteuropa hat viel mit dem realen Kapitalismus des Westens gemein: Akkord, Leistungsstreben, Statusdenken, Nebenarbeit, Schrebergärtnerei, Fernsehabschlaffung. Die jüngeren Soziologen der Budapester Schule gehen in die Fabrik und entdecken dort diese Übereinstimmung, die (...)

Die Sozialwissenschaften (oft auch als Gesellschaftswissenschaften bezeichnet) umfassen jene Wissenschaften, die Phänomene des gesellschaftlichen Zusammenlebens der Menschen theoriegeleitet oder empirisch untersuchen.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Sozialwissenschaften werden Strukturen und Funktionen sozialer Verflechtungszusammenhänge von Institutionen und Systemen und auch deren Wechselwirkung mit Handlungs- und Verhaltensprozessen der einzelnen Individuen (Akteure) analysiert.

Vereinzelt werden im deutschsprachigen Raum auch Studiengänge unter der Sammelbezeichnung Sozialwissenschaft oder Sozialwissenschaften angeboten, wie etwa an der Freien Universität Berlin[1], der Humboldt-Universität zu Berlin,[2] der Universität Bielefeld, der Universität Trier,[3] der Ruhr-Universität Bochum,[4] der Universität Stuttgart,[5] der Universität Augsburg,[6] der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Universität Mannheim,[7] der Universität Düsseldorf[8] und der Universität der Bundeswehr München. Diese Studiengänge ähneln zumeist soziologischen, politikwissenschaftlichen und/oder wirtschaftswissenschaftlichen Fachstudiengängen, betonen aber durch die Bezeichnung ihre interdisziplinäre Ausrichtung. Sie sind oft durch eine vertiefte empirische und statistische Methodenausbildung gekennzeichnet. Seit Anfang der 1980er Jahre gibt es an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg einen Diplom-Studiengang Sozialwissenschaften, bestehend aus den Einzeldisziplinen Politikwissenschaft, Soziologie, Ökonomie, Öffentliches Recht, Statistik und empirischer Sozialforschung. An der Georg-August-Universität Göttingen gibt es seit dem Wintersemester 2011/12 einen Bachelorstudiengang Sozialwissenschaften,[9] der sich von den oben genannten unterscheidet. Dort können in einer breiten Ausbildung alle Fächer der Fakultät (Erziehungswissenschaft, Ethnologie, Geschlechterforschung, Indienstudien, Politikwissenschaft, Soziologie, Sportwissenschaften) sowie Wirtschafts- und/oder Rechtswissenschaften frei gewählt werden. An der Universität Rostock gibt es den Bachelorstudiengang Sozialwissenschaften mit den Schwerpunkten Soziologie, Demografie und Volkswirtschaftslehre, von denen man zwei belegen muss. Im Wahlpflichtbereich können einige Module in Politikwissenschaft belegt werden.[10]

Umfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im weiteren Sinn zählen zu den Sozialwissenschaften folgende Disziplinen:

Abgrenzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Sozialwissenschaften werden wissenschaftliche Methoden verwendet, die zum Teil mit denen der Natur- und zum Teil mit denen der Geisteswissenschaften verwandt sind. Deshalb ist die Abgrenzung schwierig. Es gibt keine einheitlichen Regelungen jenseits der Traditionen derjenigen Institutionen, die die Begriffe verwenden.

Zu den Naturwissenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff entstand einerseits in Abgrenzung zu den Naturwissenschaften, denen die Sozialwissenschaften sich jedoch in der post-positivistischen Richtung annähern.

Ein wesentlicher Unterschied wird hier darin gesehen, dass die Objekte der Naturwissenschaften die Prognosen der Naturwissenschaftler nicht zur Kenntnis nehmen können und also durch sie auch nicht beeinflusst werden. In den Sozialwissenschaften sind die Objekte der Forschung jedoch auch handelnde Subjekte, sie können sozialwissenschaftliche Prognosen (z. B. Wahlprognosen) zur Kenntnis nehmen und in dieser Kenntnis genau-das auch tun (selbsterfüllende Prophezeiung) oder genau-das nicht tun (selbstzerstörende Prophezeiung). Dadurch wird die empirische Prüfung sozialwissenschaftlicher Aussagen – z. B. durch Experimente – auf eine andere Weise schwierig, als es die naturwissenschaftliche Prüfung ist. Logisch wird diese Differenz z. B. in der Günther-Logik behandelt.

Zu den Geisteswissenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier wird mitunter im Anschluss an Wilhelm Dilthey zwischen den eher auf Verstehen ausgerichteten Geisteswissenschaften und den auf Erklären bedachten Sozialwissenschaften unterschieden.[11] Der Soziologe Max Weber hat allerdings auch klargemacht, dass das Verstehen die Basis jeder sozialwissenschaftlichen Arbeit ist, insofern schon der erste Grundbegriff der Soziologie, der Begriff des Handelns, nur durch den Begriff des – zu verstehenden – subjektiven Sinnes definierbar ist.[12] Daher ist Erklärung in den Sozialwissenschaften auch zuallererst erklärendes Verstehen.[13]

Angesichts der Tendenzen zum interdisziplinären Arbeiten ist diese Unterscheidung denn auch relativiert worden. Eine modernere Begriffsbildung fasst mit der Bezeichnung Humanwissenschaften alle Wissenschaften zusammen, die irgendeinen Aspekt der Menschen zum Untersuchungsgegenstand haben. Darunter fallen sowohl die Geistes- und Sozialwissenschaften als auch wenige Naturwissenschaften wie beispielsweise die Humanbiologie oder Medizin.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Portal: Gesellschaft – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Gesellschaft

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Social sciences – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Sozialwissenschaft – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Politik- und Sozialwissenschaften. 3. Oktober 2005, abgerufen am 3. Juli 2018.
  2. Studiengänge – Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin
  3. [1]
  4. Vgl. Website der Ruhr-Universität Bochum.
  5. Vgl. Website des Instituts für Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart
  6. Vgl. Website der Universität Augsburg
  7. Vgl. Website der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Mannheim
  8. Vgl. Institut für Sozialwissenschaften der Heinrich Heine Universität Düsseldorf
  9. Vgl. Website des Bachelorstudiengangs Sozialwissenschaften an der Universität Göttingen
  10. Website der Universität Rostock
  11. Vgl. hierzu jedoch den Abschnitt Verstehen und Erklären bei Wilhelm Dilthey, der die Sozialwissenschaften durchaus zu den Geisteswissenschaften rechnet und diese von den Naturwissenschaften als den erklärenden Wissenschaften unterscheidet.
  12. Vgl. Max Webers Wirtschaft und Gesellschaft, dort S. 1, s. auch Soziologie.
  13. Vgl. Wirtschaft und Gesellschaft, dort S. 4.
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