Inhaltsverzeichnis Streifzüge 89 Ortwin Rosner: Gesellschaft, die ihr Anderes nicht kennt Lorenz Glatz: Krieg in der Ukraine: Vorkriegszeit im Westen? Gerald Grünklee: Plädoyer gegen die Kriegstüchtigkeit Franz Schandl: Der Mahlstrom des Marktes Markus Mohr und Klaus Wernecke: Erbe einer (…)
Reizvokabular Von Interesse wäre eine Phänomenologie des herrschenden Jargons und seiner aufgeladenen Worte. Derer gibt es viele, nicht nur neue, auch alte Bekannte sind dabei: Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, der Liberalismus und die Werte sowieso. Man hat sie nicht nur zu akzeptieren, (…)
Im zweiten Teil der kleinen Serie über gesellschaftliche Planung wende ich mich einem alten anarchistisch motivierten Modell zu, der Partizipatorischen Ökonomie, kurz: Parecon. Nach einer kurzen Skizze folgt eine ausgewählte Kritik in neun Punkten. Das Parecon-Modell legt fünf Werte zugrunde: (…)
Durch die einfache Tatsache, dass jede spätere Generation durch die frühere Generation erworbene Produktivkräfte vorfindet, die ihr als Rohmaterial für neue Produktion dienen, bildet sich ein Zusammenhang in der Geschichte der Menschen, bildet sich eine Geschichte der Menschheit, die um so mehr (…)
Es würde schon helfen. Das Eingeständnis der eigenen Verstricktheit wäre ein notwendiger erster Schritt. Ent-Täuschung steht am Beginn aller Befreiung. Doch unserem Denken scheint kaum etwas ferner. Wir überschätzen unsere Spielräume. Allen täglichen, und durchaus so empfundenen objektiven (…)
Kafkas Erzählung Vor dem Gesetz ist ursprünglich in den Roman Der Process von 1914/15 eingebaut. Die Hauptfigur Josef K. steht unter einer ihm nicht bekannten Anklage, und er versucht vergeblich zum Gericht vorzudringen, um über seinen Fall Klarheit zu gewinnen. In einem Dom kommt es zu einem (…)
„Dafür will ich mich auch nicht entschuldigen, dass ich bereit war in meinen politischen Maßnahmen Menschenleben zu retten. […] Ich trage als Bundeskanzler Verantwortung für neun Millionen Menschenleben.“ (youtube.com, 21.12.2023, ab 50:00) Diese zwischen Scheinheiligkeit und Größenwahn (…)
Jahre nach der Atomkatastrophe in Fukushima, aber nicht so viele Jahre, wie es jetzt her ist, äußerte eine Frau, die drauf und dran war, in den kontaminierten Bezirk zurückzukehren, in einer Reportage so etwas wie: dass sie ihr Leben am gewohnten Ort wiederaufnehmen wolle. Sie glaubte den (…)
Das Wort als solches hört man zwar gelegentlich immer noch: „Dialektik“ oder „dialektisch“. Es wird dann und wann ganz gerne im Munde geführt, nicht selten allerdings auf eine Weise, dass man sich nicht sicher ist, ob die Beteiligten wirklich wissen, was es eigentlich genau bedeuten soll, oder (…)
Das Gegengewicht zum Absurden bildet die Gemeinschaft der Menschen, die dagegen kämpfen. „Dichter des Aufruhrs und der Freiheit, der mühelos zugleich der Dichter der Liebe ist.“ Mit diesen Worten beschrieb Albert Camus seinen engen Vertrauten, den Schriftsteller und Résistance-Kämpfer René (…)
Nichts ist besser geeignet, unsre Sicht auf soziale Zusammenhänge zu verschleiern, als das ökonomistische Vorurteil. (Polanyi) Selten hat mich eine Lektüre so angespornt, aber auch so ambivalent, ja ratlos zurückgelassen wie die Schriften des Wirtschaftshistorikers und Sozialanthropolgen Karl (…)


