Ernst Wimmer

Geboren am: 17. Juni 1924

Gestorben am: 27. Oktober 1991

Chefredakteur von „Weg und Ziel“.

Beiträge von Ernst Wimmer
Weg und Ziel, Heft 4/1985

„Sozialpartnerschaft“ im Wandel der Zweiten Republik

„Die stabilste Organisationsform des Kapitalismus“
April
1985

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Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft

Weg und Ziel, Heft 1/1986
Beilage:

Neue Möglichkeiten in der ideologischen Auseinandersetzung

Referat auf dem Plenum des Zentralkomitees der KPÖ am 28.1.1985
Januar
1986

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Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft

Weg und Ziel, Heft 2/1986

Friedenskampf und Klassenkampf

Februar
1986

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Weg und Ziel, Heft 4/1986

Ein Nachtrag zur Rolle der Arbeiterklasse

April
1986

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Weg und Ziel, Heft 5/1986

Für einen wirksamen Kampf gegen den Faschismus

Mai
1986

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Weg und Ziel, Heft 6/1986

Ein Nachtrag zur Rolle der Arbeiterklasse (2)

Juni
1986

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Weg und Ziel, Heft 7-8/1986

Sozialdemokratie und Konservativismus

Juli
1986

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Weg und Ziel, Heft 9/1986

Zu den neuen sozialen Bewegungen

September
1986

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Weg und Ziel, Heft 10/1986

Atomgefahr und Kernenergie

Einige Schlußflogerungen aus Tschernobyl
Oktober
1986

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Weg und Ziel, Heft 11/1986

SP-Macher und Strategie der Linken

November
1986

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Weg und Ziel, Heft 12/1986

Zu einigen Erfahrungen in der Bündnispolitik

Dezember
1986

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Weg und Ziel, Heft 1/1987

Welche Gefahren drohen von rechts?

Januar
1987

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Weg und Ziel, Heft 2/1987

Zur Frage des Verhältnisses Arbeiterbewegung und Intelligenz

Februar
1987

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Weg und Ziel, Heft 3/1987

Zu Fragen des Verhältnisses Arbeiterbewegung und Intelligenz (2)

März
1987

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Weg und Ziel, Heft 4/1987

Über „neues Denken“

Überlegungen zum 26. Parteitag der KPÖ
April
1987

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Weg und Ziel, Heft 5/1987

Der Umgestaltungsprozeß in der UdSSR und seine Bedeutung für unseren Kampf

Mai
1987

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Weg und Ziel, Heft 6/1987

SPÖ: Zug zum Kapital

Juni
1987

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Weg und Ziel, Heft 9/1987

Mißklänge zur Zukunftsmusik

September
1987

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Weg und Ziel, Heft 11/1987
70 Jahre Roter Oktober

Folgen, Dynamik und Perspektiven

November
1987

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Weg und Ziel, Heft 12/1987
Nach dem SPÖ-Parteitag:

Die „Enttabuisierung“ von Errungenschaften

Dezember
1987

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Weg und Ziel, Heft 1/1988

Über nationale und Klassenfragen

Januar
1988

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Weg und Ziel, Heft 2/1988

Friedenskampf — Klassenkampf

Februar
1988

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Weg und Ziel, Heft 4/1988

Im Bündnis für gemeinsame Interessen

April
1988

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Weg und Ziel, Heft 5/1988

Fragen und Gedanken zur Nation

Mai
1988

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Weg und Ziel, Heft 6/1988

Überlegungen zum antimonopolistischen Kurs

Juni
1988

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Weg und Ziel, Heft 7-8/1988

„Vranz“ und die Zweidrittelgesellschaft

Juli
1988

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Weg und Ziel, Heft 9/1988

Notwendigkeit und Schwierigkeiten der Perestroika

September
1988

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Weg und Ziel, Heft 11/1988

Über Allgemeinmenschliches und Klassenmäßiges

Oder: Die Ganzheitlichkeit und die Gegensätzlichkeit der Welt
November
1988

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Weg und Ziel, Heft 12/1988

Von der gemeinsamen Wirksamkeit

Dezember
1988

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Weg und Ziel, Heft 1/1989
Zu Ernst Wimmers Artikel „Über Allgemeinmenschliches und Klassenmäßiges“, „Weg und Ziel“ 11/1988

Allgemein- und Klasseninteressen

Januar
1989

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Weg und Ziel, Heft 2/1989

Über den Umgang mit Problemen sozialistischer Länder

Januar
1989

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Weg und Ziel, Heft 3/1989

Fragwürdiges und Gewissensfragen

Zu Problemen der Beziehung Reform — Revolution
Februar
1989

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Weg und Ziel, Heft 4/1989

Von wissenschaftlich-technischer und gesellschaftlicher Revolution*

März
1989

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Weg und Ziel, Heft 6/1989

Zur Ganzheitlichkeit und Gegensätzlichkeit in der Welt

Mai
1989

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Weg und Ziel, Heft 7-8/1989

Von Rosa zu den Regenbogenfarben?

Juni
1989

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Weg und Ziel, Heft 9/1989

Wozu eigentlich „politische Kultur“?

August
1989

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Weg und Ziel, Heft 10/1989

Einige Gedanken zur DDR

September
1989

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Weg und Ziel, Heft 11/1989

Die Unentbehrlichkeit von Kultur

Für ein menschenwürdiges Morgen, für eine neue Gesellschaft*
Oktober
1989

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Weg und Ziel, Heft 12/1989

SPÖ: Schrumpfung zur Kanzlerpartei

November
1989

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Weg und Ziel, Heft 1/1990

Intelligenz und Gesellschaft*

November
1989

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Weg und Ziel, Heft 2/1990

Neueinschätzung der KPÖ-Beschlüsse zu 1968?

Januar
1990

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Weg und Ziel, Heft 3/1990

 27. Parteitag

19.-21. Jänner 1990
Februar
1990

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Weg und Ziel, Heft 4/1990

Fragen zur „Krise des Marxismus“

März
1990

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Weg und Ziel, Heft 5/1990

Gehen „Der Kommunismus“ und „Die Geschichte“ zu Ende?

April
1990

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Weg und Ziel, Heft 6/1990

Zum Feldzug gegen Lenin

Mai
1990

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Weg und Ziel, Heft 7-8/1990

Wandlungen des Demokratieverständnisses (1)

Juni
1990

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Weg und Ziel, Heft 9/1990

Wandlungen des Demokratieverständnisses (2)

August
1990

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Weg und Ziel, Heft 9/1990

„Die Zukunft der Arbeiterklasse“

August
1990

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Weg und Ziel, Heft 10/1990

Zu unserer Zeitschrift

September
1990

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Weg und Ziel, Heft 10/1990

Wandlungen des Demokratieverständnisses (3)

September
1990

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Weg und Ziel, Heft 11/1990

Wandlungen des Demokratieverständnisses (4)

Oktober
1990

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Weg und Ziel, Heft 12/1990

Wandlungen des Demokratieverständnisses (5)

November
1990

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Weg und Ziel, Heft 1/1991

Wandlungen des Demokratieverständnisses (6)

Januar
1991

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Weg und Ziel, Heft 1/1991

„Der Kampf an drei Fronten“

Zum 100. Geburtstag Antonio Gramscis
Januar
1991

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Weg und Ziel, Heft 2/1991

Was hat sich am „staatsmonopolistischen Kapitalismus“ geändert?

Februar
1991

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Weg und Ziel, Heft 3/1991

Es gibt ihn noch, den wilden Kapitalismus

März
1991

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Weg und Ziel, Heft 3/1991

Was ist mit dem „realen Sozialismus“ zusammengebrochen?

März
1991

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Weg und Ziel, Heft 3/1991
Zu: Abbestellungen

Das Ziel kann von den Mitteln und Wegen nicht getrennt gesehen werden, oder?

März
1991

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Weg und Ziel, Heft 4/1991

Überlegungen zur „Identitätsfindung“

April
1991

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Weg und Ziel, Heft 5/1991

Wozu, in wessen Interesse Neutralität?

Mai
1991

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Weg und Ziel, Heft 5/1991

Revolution — nur noch eine historische Erinnerung?

Mai
1991

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Weg und Ziel, Heft 6/1991

Im fünften Jahr der Perestroika

Juni
1991

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Weg und Ziel, Heft 6/1991

Ein Ende des Meinungsstreits, von Grundsatzdiskussionen?

Juni
1991

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Weg und Ziel, Heft 7-8/1991

Zivilgesellschaft — Begriffliches und Modisches

Juli
1991

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Weg und Ziel, Heft 9/1991

Zivilgesellschaft — Begriffliches und Modisches (2)

September
1991

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Weg und Ziel, Heft 10/1991

Fragen und Bemerkungen zu einem schmählichen Ende

Oktober
1991

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Weg und Ziel, Heft 11/1991

Zu Österreichs Stellung in Europa und der Welt

November
1991

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Ernst Wimmer (* 17. Juni 1924 in Horn, Niederösterreich; † 27. Oktober 1991 in Wien) war ein österreichischer politischer Journalist, Kommunist, marxistischer Theoretiker und Politiker und Aphoristiker. Er hatte in den 1970er und 1980er Jahren eine bedeutende Rolle für die Entwicklung der KPÖ und prägenden Einfluss auf Teile der intellektuellen und der kulturschaffenden Linken in Österreich.

Kindheit und Familie

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Ernst Wimmer wurde 1924 als zweites Kind des ehemaligen Offiziers der k.u.k. Armee und späteren Direktors des Creditanstalt-Bankverein Otto Wimmer (1895–1957) und dessen Gattin Hermine (1897–1990) in der ländlichen Kleinstadt Horn im Waldviertel, Niederösterreich, geboren. Ende 1925 zog die Familie nach Wien, nachdem sein Vater 1924 innerhalb der Anglo-Österreichischen Bank dorthin berufen worden war. Wimmer wuchs in Wien-Meidling in bürgerlichen Verhältnissen auf. Das betont patriotische, monarchistisch-katholische Milieu seines Elternhauses trug zu seiner antifaschistischen Einstellung bei. Ernst Wimmers Erzählungen zufolge haben ihn seine Erlebnisse des Österreichischen Bürgerkriegs im Februar 1934 in der Entwicklung seines politischen Wesens ausschlaggebend und nachhaltig geprägt.

Erste politische Aktivitäten in der Zeit des Nationalsozialismus

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Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 war Wimmer zusammen mit anderen, darunter sein Klassenkamerad und späterer Schriftsteller Gerhard Fritsch, in der antifaschistischen Widerstandsgruppe „Theiss“ an seiner Schule, dem Ignaz-Seipel-Gymnasium (dem heutigen GRG Wien XII Rosasgasse), politisch aktiv. Wimmer wurde ebenso wie seine Schwester Edith von der Gestapo verhaftet und zum Verhör in das Gestapo-Hauptquartier in Wien am Morzinplatz gebracht. Während der damals 14 Jahre alte Wimmer nach kurzer Haft wieder entlassen wurde, verblieb seine Schwester für ein knappes Jahr in Gestapo-Haft. Kurz vor seiner Matura im Jahr 1942 wurde Wimmer vom Reichsgericht von seiner Schule relegiert und von allen Schulen und Hochschulen des Deutschen Reichs ausgeschlossen. In weiterer Folge wurde er zur deutschen Wehrmacht eingezogen und nach einer militärischen Grundausbildung in Znaim in Zistersdorf zum Funker ausgebildet. Laut eigener Aussage hatte er das große Glück, dass ihm der Einsatz an der Kriegsfront erspart blieb. Um sich dem Marschbefehl zur „Rettung“ Berlins zu verweigern, desertierte Wimmer in den letzten Kriegsmonaten gemeinsam mit anderen österreichischen Wehrmachtssoldaten.

Politischer Journalismus, Heirat und Familie

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Nach der Befreiung Österreichs durch die Alliierten wurde Wimmer – er besaß außerordentliche Kenntnisse der englischen, lateinischen und altgriechischen Sprache – Dolmetscher des englischen Stadtkommandanten in Wien. Dadurch kam er mit vielen, teils namhaften Antifaschisten wie z. B. Graham Greene, in persönlichen Kontakt und traf aus dem englischen Exil heimkehrende österreichische Kommunisten, etwa den Philosophen und Freud-Schüler Walter Hollitscher. Diese Kontakte politisierten ihn weiter.

Sein Weg führte – nach einer kurzen Zeit als ordentlicher Student an der Hochschule für Welthandel in Wien – zum politischen Journalismus. Er arbeitete für die erste österreichische und überparteiliche (ÖVP, SPÖ, KPÖ) Nachkriegszeitung Neues Österreich, den Der Abend und die kulturpolitische Zeitung Wiener Tagebuch. Aus politisch-weltanschaulichen Gründen wechselte er dann zum Zentralorgan der KPÖ, der Tageszeitung Volksstimme.

1947 heiratete Ernst Wimmer seine Jugendfreundin, die aus einer bürgerlichen und angesehenen jüdischen Familie kommende Eva Margareta Gans (* 1925, † 2005). Ihrer gemeinsamen Ehe entstammten drei Söhne. Die Familie lebte ab 1960 in Wien-Döbling im Helmut-Qualtinger-Hof. Überzeugt von der Sache des Kommunismus, insbesondere durch die tiefe Freundschaft mit Walter Hollitscher, entschied er sich für ein Leben als Berufsrevolutionär und wurde 1947 gemeinsam mit seiner Ehefrau und politischen Gefährtin Eva Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs.

Ernst Wimmer begann seine Arbeit in der Redaktion der Volksstimme unter dem damaligen Chefredakteur Erwin Zucker-Schilling als Journalist im außenpolitischen Ressort. Im Besonderen förderten ihn die namhaften Redakteure Jakob Rosner, Fritz Glaubauf und Bruno Frei auf seinem Weg zum politischen Journalismus. In diesen Jahren widmete sich Wimmer zudem in umfassender Weise seiner Weiterbildung. Im Besonderen in Bezug auf die Klassiker und Kenntnisse des Wissenschaftlichen Sozialismus sowie in den Bereichen Literatur und Kunst und der romanischen Sprachen.

Der XX. Parteitag der KPdSU 1956 war für Ernst Wimmer ein einschneidendes Erlebnis. In der Folge beschäftigten ihn der Ungarische Aufstand 1956, der Maoismus in China und der Prager Frühling. Ernst Wimmer hielt es weiter mit der Sache der Revolution, des Kommunismus. Das hinderte ihn nicht, zu differenzieren; er kritisierte in seinen Artikeln Einiges. Die Parteiführung entzog Wimmer wegen seiner Kritik im Januar 1964 das außenpolitische Ressort bei der Volksstimme. Er arbeitete von nun an in der Kulturredaktion. Seinem Selbstverständnis als Berufsrevolutionär entsprechend verstand er diesen Arbeitsbereich ebenso als Kampffeld für eine revolutionäre Partei und handelte entsprechend der politischen Situation.

Theoretische und praktische Arbeit für die KPÖ

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Infolge des Einmarsches eines Teils der Warschauer-Pakt-Staaten in Prag im August 1968 spitzten sich – wie auch in der Weltbewegung – in der KPÖ die ideologischen Auseinandersetzungen um die Frage des politisch-ideologischen Charakters der Kommunistischen Parteien zu. Revisionisten und Marxisten-Leninisten rangen miteinander, insbesondere in der Frage der Haltung zur Sowjetunion.

Die Marxisten-Leninisten in der KPÖ schufen in dieser Auseinandersetzung ein neues Parteiorgan für die Partei, die Zeitschrift Neue Politik. Ernst Wimmer wurde gemeinsam mit Walter Hollitscher der führende Kopf des Redaktionskollegiums. Nach dem Sieg der Marxisten-Leninisten innerhalb der KPÖ erfolgte auch eine komplette Neugestaltung der Zeitschrift Weg und Ziel. Wimmer wurde Mitglied in deren fünfköpfigem Redaktionskollegium.

Zwischen 1970 und 1974 positionierte sich die KPÖ auf der Grundlage des „Wissenschaftlichen Sozialismus“ neu. Wimmer trug dazu bei, als marxistischer Theoretiker und politischer Journalist in einer Vielzahl von Publikationen in den verschiedenen Organen der KPÖ, wie auch als Organisator einer Reihe von „Theoretischen Konferenzen“, sowie als Teilnehmer an Diskussionsveranstaltungen. Auf dem 21. Parteitag der KPÖ im Mai 1970 wurde Wimmer in das Zentralkomitee der Partei gewählt.

Nach dem Zusammenbruch der realsozialistischen Staaten

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Der Zusammenbruch der realsozialistischen Staaten im Jahr 1989 sprengte den Konsens innerhalb der bis dahin marxistisch-leninistisch gebliebenen kommunistischen Parteien in Westeuropa über deren ideologische Grundlagen, so auch in der KPÖ. Der Marxismus-Leninismus als Ideologie, mit all seinen politischen und organisatorischen Implikationen, stand nun zur Gänze zur Disposition. In dieser Situation bezog Ernst Wimmer die Position der Aufrechterhaltung einer Partei mit dem programmatischen Ziel, den Kapitalismus zu überwinden. Um die real bestehenden gesellschaftlichen Widersprüche praktisch nutzbar machen zu können, stellte Wimmer die Verteidigung des wissenschaftlichen Sozialismus und die Analyse des Kapitalismus ins Zentrum der von ihm betrieben Politik in Wort und Schrift.

Die politisch-ideologische Auseinandersetzung zwischen den Kräften rund um den neuen Vorsitzenden Walter Silbermayr, die das Aufgehen der KPÖ in einer allgemeinen Linken anstrebten und den orthodox-marxistischen Kräften rund um Ernst Wimmer, insbesondere auf dem 27. Parteitag der KPÖ im Januar 1990, führten zur Enthebung Ernst Wimmers als Ideologe der KPÖ durch die neue Parteiführung.

Auf dem 28. Parteitag im Juni 1991 erklärte Wimmer:

„Dass es einen Marxismus mit neuen Erkenntnissen, Methoden und Kriterien so lange geben wird, als es Kapitalismus geben wird und darüber hinaus, das steht für mich außer Frage. Aber ob es eine marxistische Partei, eine Partei kommunistischen Typs in den nächsten Jahren geben wird, das ist leider für mich nicht so sicher. Keineswegs deswegen, weil ich wie kleinmütig geworden oder gekränkt der Auffassung wäre, dass eine solche Partei keine Existenzberechtigung mehr hätte, im Gegenteil. Aber ich habe begründete Zweifel daran, dass das, was heute die Partei ausmacht, sich aufraffen und zusammenraufen kann, um Funktionen zu erfüllen, die erst eine Existenzberechtigung ergeben.“

Wenige Wochen vor seinem Tod inspirierte Wimmer einige sich um ihn scharende Genossen zur Schaffung einer periodischen Streitschrift, der späteren „Neue Volksstimme“. Diese sollte den Versuch unternehmen, die Marxisten-Leninisten in der KPÖ zu sammeln und in der politisch-ideologischen Auseinandersetzung mit dem Revisionismus als politische Waffe dienen.

Ernst Wimmer starb in den Abendstunden des 27. Oktober 1991 in Wien an Leukämie. Er wurde am 7. November 1991 im Rahmen eines Parteibegräbnisses und unter großer Anteilnahme mehrerer hundert Menschen auf dem Döblinger Friedhof in Wien beigesetzt. Die Grabrede hielten persönliche Freunde Wimmers, der österreichische Dichter Arthur West und der österreichische Bildhauer Alfred Hrdlicka.

Aphoristiker und Essayist

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Ernst Wimmer hinterließ zirka 8000 Aphorismen, die in einem Zeitraum von ungefähr 30 Jahren entstanden. Wimmer wählte die Aphoristik zur Verwirklichung seines Bedürfnisses nach schriftstellerischem Ausdruck unter den Bedingungen seines selbst gewählten Primats der politisch-journalistischen und politisch-ideologischen Arbeit als Kommunist. So gut wie ausnahmslos widmete er sich täglich zumindest eine Stunde dem Überdenken und der Kritik dessen, was ihm von Bedeutung schien.

  • „Maulwurfsgrille – Die Neigung des Österreichers zur Schlamperei entspricht seinem Stolz auf Individualität: Um diese zu behaupten, braucht er Schlupflöcher, die jene lässt.“
  • „Die Summe der Ausnahmen, die einer geltend macht, ergibt die auf ihn passende Regel.“
  • „Sogar die Gläubigsten beten nicht so oft zu ihrem Gott, als sie trachten, ihn zu überlisten.“
  • „Zu unseren Erfahrungen verhalten wir uns wie zu Untergebenen: Wir sagen ihnen, was sie uns zu sagen haben.“
  • „Wären wir außerstande zu ertragen, was wir unerträglich nennen, hätten wir eine andere Geschichte.“
  • „So sanft kann kein Hang zum Idealisieren sein, dass man nicht ins Rutschen kommt.“ * „Jeder von uns wäre für den anderen ein hinreichend großes Theater, würde nicht meist bei fast geschlossenem Vorhang gespielt.“

Nur wenige seiner Aphorismen und Essays sind bisher in Buchform publiziert worden. Entgegen der noch zu Lebzeiten Wimmers mehrfach gemachten Zusage der Parteiführung der KPÖ und trotz eines entsprechenden Parteitagsbeschlusses, verschiedentlich Werke Ernst Wimmers zu publizieren, ist dies in der Folge unterblieben. Der umfangreiche Nachlass Ernst Wimmers, so auch die Aphorismen und Essays, befindet sich im Eigentum seiner Söhne.

  • Zur Lage der Arbeiterklasse in Österreich Stern Verlag, Wien 1973
  • Antimonopolistische Demokratie und Sozialismus. Globus Verlag, Wien 1974, ISBN 3-85364-013-3
  • Eurokommunismus – Eine Sammlung von Stellungnahmen (mit Franz Muhri, Erwin Scharf)
  • Sozialpartnerschaft aus marxistischer Sicht Globus Verlag, Wien 1979
  • Staat und Demokratie – Dritter Weg oder Revolution? Globus Verlag, Wien 1982, ISBN 3-85364-091-5
  • Sozialismus in Österreichs Farben – Programm der Kommunistischen Partei Österreichs, 1982
  • Antonio Gramsci und die Revolution Globus Verlag, Wien 1984
  • 100 Jahre Hainfeld, 70 Jahre KPÖ – Rückblick & Ausblick Globus Verlag, Wien 1988, ISBN 3-85364-205-5
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