Streifzüge, Heft 65
November
2015

Das fesselnde Spiel und die spielerische Leichtigkeit des Albert Camus

Und Jacques’ an der Marne getöteter Vater. Was bleibt von diesem anonymen Leben? Nichts, eine verschwindend kleine Erinnerung – die geringe Asche eines beim Waldbrand verbrannten Schmetterlingsflügels.*

Seinen Vater vermisste Jacques zeitlebens. Er war noch kein Jahr alt, als dieser im Herbst 1914, nach anfänglicher Besserung, an den Folgen seiner Kriegsverwundung starb. – Nach der Zuwendung der Mutter sehnte sich Jacques zeitlebens. Die Beziehung zur ihr, einer hör- und sprachbehinderten Analphabetin, war von einer unüberwindlichen Barriere überschattet. Über die Familie in der kleinen Wohnung, in der auch Jacques’ älterer Bruder und sein Onkel im Armenviertel Algiers lebten, bestimmte die herrschsüchtige Großmutter. Sie lebten bereits seit mehreren Generationen wie Unzählige aus Frankreich und Spanien in das koloniale Algerien Eingewanderte „ohne Vergangenheit, ohne Moral, ohne Vorschrift, ohne Religion, aber glücklich, dazusein und im Licht zu sein, voller Angst vor der Nacht und dem Tod“. – Jacques versuchte das Geheimnis seines Vaters zu ergründen. „Aber letzten Endes war es nur das Geheimnis der Armut, die Menschen ohne Namen und ohne Vergangenheit erzeugt…“

Fast hätte Jacques Comery, der Name Albert Camus’ in seinem autobiografischen Roman „Der erste Mensch“, dasselbe Schicksal erlebt. Wenn er nicht in der letzten Volksschulklasse dem Lehrer Louis Germain begegnet wäre, würde die Welt heute keinen Camus kennen. Keinen Camus, dessen weitsichtige Erkenntnisse sich in keine ideologische Schublade stecken lassen. Keinen Camus in seinen gegensätzlichen Facetten „Nüchternheit und Sinnlichkeit“. Keinen Camus, der trotz oder gerade wegen all seiner Erschwernisse – Armut, Kriege, Exil, Depression, durch seine Lungentuberkulose ständig den Tod vor Augen – das Leben der Mühe wert fand, gelebt zu leben: der Liebe, der Sonne, des Meeres wegen.

Der Lehrer, der den Ersten Weltkrieg als Soldat überlebt hatte, kümmerte sich um den begabten Kriegshalbwaisen. Für Jacques war die Schule „mächtige Poesie“. Im Unterricht wurden die Schüler nicht wie üblich „wie Gänse mit Wissen gemästete“, sondern sie „fühlten zum ersten Mal, dass sie existierten und Gegenstand höchster Achtung waren: Man hielt sie für würdig, die Welt zu entdecken“. „Bei Monsieur Bernard (wie der Lehrer im Buch heißt) war der Unterricht aus dem einfachen Grund, dass er seinen Beruf leidenschaftlich liebte, ständig interessant.“
Für Jacques, der nur Sonne, Hitze und Regen kannte, tat sich durch die fremdartigen Erzählungen in den französischen Schulbüchern eine neue Welt auf, die seine Phantasie entfachte. Eine Welt, in der es „Kinder mit Wollmütze und -schal“ gab, die „die Füße in Holzschuhen, bei Eiseskälte Reisigbündel über verschneite Wege hinter sich herzogen, bis sie das schneebedeckte Dach des Hauses erblickten, dessen rauchender Schornstein ihnen mitteilte, dass die Erbsensuppe auf der Feuerstelle kochte“.

„Eine Welt ohne Freude und
tätige Muße muss untergehen“

Von Camus’ Werken sind vor allem seine in asketischem Stil geschriebenen Parabeln „Der Fremde“ und „Die Pest“ bekannt. Da er sich in den ersten Büchern mit dem Absurden, mit der Negation befasste (Mythos von Sisyphos), wurde er stets den Existenzialisten zugeordnet. Sein Werk ist jedoch vielmehr als Entwicklung zu verstehen. Camus wehrte sich, ein Prophet des Absurden genannt zu werden. Er hätte nichts anderes getan, „als über eine Idee nachzudenken, die er auf den Straßen seiner Zeit fand“. (Hochzeit des Lichts) Auch zu den Existenzialisten zählte er sich nicht. Er wollte ihnen weder ins Transzendente, also in eine übergeordnete Instanz, noch in die Verzweiflung folgen, welche er bei den meisten existenzialistischen Philosophen ausmachte.
„Ich bin kein Philosoph… Mich interessiert zu wissen, wie man leben muss (comment il faut se conduire). Noch genauer: Wie man leben kann, wenn man weder an Gott noch an die Vernunft glaubt.“ (Interview mit Servir 20.12.1945, zit. nach Heinz Robert Schlette) Die Bejahung des Lebens um des Lebens willen unterschied ihn.

Mit einer „permanenten Revolte“ (Mythos von Prometheus) gelte es vielmehr, das Absurde nicht nur auszuhalten, sondern zu überwinden. – Seine wichtigsten Erkenntnisse waren für seine Zeit, die 1940er und 1950er Jahre, außergewöhnlich. In den Kreis der Pariser Intellektuellen wurde „der algerische Straßenjunge“, wie er oft genannt wurde, anfänglich mit Interesse aufgenommen, aber schließlich kam es zum Bruch, zum Zerwürfnis mit dem Chefideologen Jean-Paul Sartre. Wie konnte es jemand wagen, jeglichen Totalitarismus, also auch den orthodoxen Marxismus (in damaliger stalinistischer Prägung oder das DDR-Regime) zu verurteilen, ohne dem rechten Lager anzugehören. Camus hegte vielmehr Sympathien für die anarchistische Linke und ging noch weit darüber hinaus. Er übte wie wohl wenige seiner Zeit eine radikale Wachstumskritik, eine Kritik am Fortschrittsethos, er sprach sich vehement gegen die Atombewaffnung aus, und in Lohnarbeit und Geldverhältnis sah er alles andere als eine dem Menschen zuträgliche Zukunft. Er ahnte bereits zu Beginn der 1950er Jahre „eine drohende Verwandlung Europas in eine ,Weltfabrik‘, in der das Leben uniformiert und ,immer mehr vom Rhythmus der Produktion bestimmt wird‘. Er prognostiziert, dass die ,wahren Leidenschaften‘ ökonomisiert und ,die Verstümmelung des Menschen vervielfacht‘ werde.“ (Der Mensch in der Revolte, zit. nach Iris Radisch). „Eine Welt, in der kein Raum mehr vorhanden ist für das Sein, die Freude, die tätige Muße, ist eine Welt, die untergehen muss.“ (Tagebuch)

Der diagnostizierten neuen Barbarei setzte Camus ein „menschliches Maß“, ein menschlich und ökologisch verträgliches Naturverständnis entgegen (Mythos von Nemesis). Nemesis ist die Göttin des gerechten Zorns. Sie bestraft die menschliche Selbstüberschätzung. „Für Camus ist sie eine Allegorie der Versöhnung, des Maßes, der Liebe und des Ausgleichs.“ (Radisch) Er verwendete auch den Begriff „pensée de midi“, „mittelmeerischen Denken“. In „Der Mensch in der Revolte“ reflektiert Camus auf das, „was man das Sonnendenken nennen kann, in welchem seit den Griechen, die Natur mit dem Werden im Gleichgewicht stand.“ Er konstatiert einen historischen Kampf der deutschen Ideologie – beginnend mit der ersten Internationale der Sozialisten –, die stets gegen das freiheitliche Denken der Franzosen, Spanier und Italiener vorging. Aber letztlich geht es dabei auch um sein ganz persönliches Erleben des Glücks am Mittelmeer.

Ende der 50er Jahre zieht sich Camus mehr und mehr von Paris, wo er sich nie zu Hause gefühlt hat, zurück nach Südfrankreich. Nach 20 Jahren intensiver Arbeit als Autor, als Journalist, als Verlagslektor, als Theatermacher, nach einem Leben als Kultautor und Literaturnobelpreisträger, der aber ständig auch Anfeindungen ausgesetzt gewesen ist, beginnt Camus mit seinem letzten, ihm wichtigsten Werk. Er möchte an seine frühen Essays in „Hochzeit des Lichts“ anknüpfen – eine Liebeserklärung an Algerien, an die Kultur des Mittelmeers –, möchte sich von allen Formalismen befreien und auf das beschränken, was ihn ausmacht. „Den direkten Zugang ohne Vermittlung, das heißt die Unschuld wiederfinden. Hier die Kunst vergessen, heißt sich vergessen. Von sich selbst absehen, nicht aus Tugend. Im Gegenteil seine Hölle annehmen.“

Spiele im verwilderten Park

Als Camus’ unvollendetes Werk „Der erste Mensch“ erschien – 34 Jahre nach seinem Tod, den er 1960 bei einem Autounfall gefunden hatte, war das Erstaunen groß: welch atemberaubend sinnliches, intimes und poetisches Buch! Wer es nicht kennt, kennt Camus nicht.

Ein Buch über seine Kindheit „zusammengehalten durch die blanke Not in einer behinderten und unwissenden Familie, mit seinem brausenden jungen Blut, einem unersättlichen Lebenshunger, der ungestümen, gierigen Intelligenz, und während der ganzen Zeit ein Freudenrausch, der nur unterbrochen war von plötzlichen Schlägen, die eine unbekannte Welt ihn versetzte und die ihn in Ratlosigkeit stürzten, von denen er sich aber schnell erholte, danach trachtend, diese Welt, die er nicht kannte, zu verstehen, kennenzulernen, sich anzueignen…“.

Besonders bezaubernd sind die Beschreibungen der ins Spiel vertieften Kinder. Die Donnerstage verbrachten Jacques und sein Freund Pierre im verwilderten Park des Kriegsinvalidenheims in Kouba auf einem Hügel am Rande von Algier. Pierres Mutter arbeitete in der Wäscherei des Heims. „In diesem duftenden Dschungel“ eines „wohlriechenden Gewirrs aus Pfeifensträuchern, Jasmin-, Klematis-, Geißblattbüschen, an deren Fuß sich ein dicker Teppich von Klee, Sauerklee und wilden Gräsern breitmachte, umherzuspazieren und herumzukriechen, sich auf der Höhe der Gräser in ihn zu ducken, mit dem Messer die verflochtenen Durchgänge freizulegen und mit gestreiften Beinen und einem Gesicht voll Wasser wieder herauszukommen, war berauschend.“ – „Im tiefsten Dickicht des Parks, vor allen Blicken geschützt“ verbrachten sie auch viel Zeit mit der Herstellung „schreckenerregender Gifte“ und „geheimnisvoller Liebestränke“ aus zermahlenen Früchten und Blättern. „Die Kinder hatten unter einer alten Steinbank, die an ein mit wildem Wein bewachsenes Mauerstück gelehnt stand, eine ganze Ausrüstung an Aspirinröhrchen, Arzneifläschchen oder alten Tintenfässern, Scherben von Geschirr und angeschlagenen Tassen zusammengetragen, die ihr Laboratorium darstellten.“ – „Am großartigsten aber waren die windigen Tage“, an denen sie mit riesigen hochgehaltenen Palmwedeln gegen den Wind kämpften. Wenn Jacques nachts „todmüde in die Stille des Schlafzimmers, wo seine Mutter leise schlief, im Bett lag, lauschte er noch dem in seinem Inneren heulenden und tobenden Wind, den er sein Leben lang lieben sollte“.

Camus, der sich nicht nur leidenschaftlich den Spielen der Kindheit hingab, sondern auch begeistert Fußball spielte, der alle Bücher, die er nur finden konnte, verschlang – „mit der gleichen Gier, mit der er lebte, spielte oder träumte“, wurde später auch ein passionierter Tänzer. Und am Theaterschreiben, -spielen und am Regie führen liebte er die Kunst der Verwandlung, das Spiel mit den Realitäten und das gemeinsame Schaffen.

„Der Fluch der
zum Weinen dummen Arbeit“

Jacques erlebte aber auch von klein auf, in seiner Familie und am eigenen Leib, „den Fluch der zum Weinen dummen Arbeit, deren endlose Eintönigkeit es schafft, die Tage zu lang und gleichzeitig das Leben zu kurz zu machen“. Die Großmutter zwang ihn, in den Ferien zu arbeiten.

„Der lange Sommer verflog für Jacques praktisch in dunklen, glanzlosen Tagen mit belanglosen Tätigkeiten. ,Es geht nicht, dass man nichts tut‘, sagte die Großmutter. Aber gerade in diesem Büro hatte Jacques den Eindruck, nichts zu tun. Er lehnte die Arbeit nicht ab, obwohl für ihn nichts an die Stelle des Meeres oder der Spiele in Kouba treten konnte. Aber wirkliche Arbeit war für ihn die in der Böttcherei zum Beispiel, ein anhaltender Einsatz von Muskeln, eine Folge geschickter, präziser Bewegungen, harte, gewandte Hände, und man sah das Ergebnis seiner Anstrengungen zum Vorschein kommen: ein gut gelungenes neues Fass ohne einen Riss, das der Arbeiter dann betrachten konnte. Diese Büroarbeit jedoch kam von nirgendwoher und führte zu nichts. … Das Königliche an seinem Leben in Armut, die unersetzlichen Reichtümer, die er so gierig und aus dem Vollen genoss, musste er einbüßen, um ein wenig Geld zu verdienen, für das man nicht den millionsten Teil dieser Schätze würde kaufen können.“

In der Widerstandszeitschrift Combat, deren Mitarbeiter, zuweilen auch Leiter Camus viele Jahre war, ruft er nach dem Zweiten Weltkrieg die Menschen auf, die Chance einer grundsätzlichen gesellschaftlichen Veränderung zu ergreifen: „… wenn man aber unter das Diktat des Geldes zurückfalle…, dann sei die Entwicklung der Menschheit auf lange Sicht – und vielleicht für immer – fehlgeleitet.“ (Zit. nach Sändig)

„Der erste Mensch“, Camus’ Vermächtnis, blieb zwar unvollendet, dennoch ist ihm sein Wunsch auf wundervolle Weise gelungen: „… da ich doch wenigstens eines mit unumstößlicher Gewissheit weiß, dass nämlich ein Menschenwerk nichts anderes ist als ein langes Unterwegssein, um auf dem Umweg der Kunst die zwei oder drei einfachen, großen Bilder wiederzufinden, denen sich das Herz ein erstes Mal erschlossen hat.“ (Licht und Schatten, in: Kleine Prosa)

Literatur

  • Albert Camus: Der erste Mensch, Reinbek 1995, übers. v. Uli Aumüller.
  • Ders.: Hochzeit des Lichts, Zürich – Hamburg 2014, übers. v. Peter Gan, Monique Lang.
  • Ders.: Der Mensch in der Revolte, Reinbek 1997, übers. v. François Bondy.
  • Ders.: Tagebuch 1951-1959, Reinbek 1997, übers. v. Guido. G. Meister.
  • Ders.: Kleine Prosa, Reinbek 1997, übers. v. Guido. G. Meister.
  • Iris Radisch: Camus – Das Ideal der Einfachheit, Reinbek 2014.
  • Heinz Robert Schlette und Franz Josef Klehr (Hg.): „Helenas Exil“ – Albert Camus als Anwalt des Griechischen in der Moderne, Stuttgart 1991.
  • Brigitte Sändig: Albert Camus, Leipzig 1988.

* Die Zitate sind, wenn nicht anders angegeben aus: Albert Camus „Der erste Mensch“, Reinbek 1995.

PS:

„Mon cher Albert“
Oder was nicht in „Der erste Mensch“ steht

Es war einmal ein Junge in Algier, er hieß Abel Paul Pitous. Er war gleich alt wie Albert Camus. Sie gingen gemeinsam in die Schule und waren auch außerhalb der Schule gute Freunde. Nach ihren 18. Geburtstagen haben sie sich für immer aus den Augen verloren. Mehr als zehn Jahre nach dem Tod von Albert Camus, Anfang der 1970er Jahre, schreibt Pitous, der seit seiner Pensionierung bis zu seinem Tod im Jahr 2005 in Marseille lebte: „Mon cher Albert, ich weiß, dass Du Deine Freunde verlassen hast für eine Welt ohne Wiederkehr. Und ich habe keine andere Möglichkeit, Dich zu erreichen, als Dir zu schreiben…“ So beginnt ein 90 Seiten starkes Büchlein prallvoll mit Erinnerungen an die gemeinsamen Erlebnisse im Algier der 1920er Jahre.

Paupol, wie er genannt wurde, beschwört unzählige Begebenheiten herauf, die die beiden „Fußballverrückten“ in verschiedenen Vereinen erlebt haben.

Und mehr als in jeder Biografie, die je über Camus geschrieben wurde, erfährt die Leserin über das „Theater“, über die Späße, die der kleine Albert mit „unwiderstehlich komischer Mimik“ bei ihren Streifzügen durch das Viertel dem überraschten, dem pikierten, dem rot werden Publikum darbot; dem Publikum, das er stets im Vorübergehen so treffend „freundlich-geistreich drankriegte“.

Besonders gerne zog Albert sich den Sockenhalter über die Stirn und die ins Gesicht gestrichenen Haare und mimte einen Rothaut-Indianer, der plötzlich um Passanten wirbelte, die sich vor lauter Lachen bogen. „Du warst so unbekümmert, als gäbe es zwischen Himmel und Erde nur uns, Dein Geschrei, Deine improvisierten Lautmalereien oder unentzifferbaren Hirngespinste, Deine Bewegungen im höllischen Rhythmus der von Dir erfundenen Musik… Es geschah immer unerwartet; Du musstest bloß an irgendeiner Ecke ein „Lagerfeuer“ erfinden, dessen Flammen uns entgegenzüngelten.“

Das Buch gehört wohl zu den hinreißendsten Freundschaftsbezeugungen, die je auf Papier gebannt wurden.

Abel Paul Pitous
Mon cher Albert – ein Brief an Albert Camus
Arche Verlag, Zürich–Hamburg 2014

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Albert Camus [alˈbɛːʀ kaˈmy] (* 7. November 1913 in Mondovi, Französisch-Nordafrika, heute Dréan, Algerien; † 4. Januar 1960 nahe Villeblevin, Frankreich) war ein französischer Schriftsteller und Philosoph. 1957 erhielt er für sein publizistisches Gesamtwerk den Nobelpreis für Literatur. Camus gilt als einer der bekanntesten und bedeutendsten französischen Autoren des 20. Jahrhunderts.

Albert Camus (1957)

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albert Camus stammte aus einer Familie, die seit 1871 in der dritten Generation in Algerien als Siedler ansässig war. Er hatte französische Wurzeln väterlicherseits und spanische mütterlicherseits. Sein Geburtsort war ein Weingut in der Siedlung Saint-Paul (arabisch Chebaïta Mokhtar), 8 km vom Zentrum der Stadt Mondovi entfernt (arabisch Drean, nahe Bône, dem heutigen Annaba). Camus’ Vater Lucien, ein ungelernter Fuhrmann, war kurz zuvor von seiner im Weinanbau und -export tätigen Firma aus Algier dorthin geschickt worden, um als Kellermeister zu arbeiten.

Der Vater wurde zu Beginn des Ersten Weltkrieges von der französischen Armee eingezogen und in der Schlacht an der Marne verwundet. Im Oktober 1914 starb er in einem Lazarett in Saint-Brieuc in der Bretagne. Daraufhin zog die Mutter mit Albert und seinem älteren Bruder Lucien zurück zu ihrer verwitweten Mutter nach Algier in das Kleine-Leute-Viertel Belcourt. Dort trug sie zusammen mit ihrem unverheirateten, sprachbehinderten Bruder, einem Böttchergesellen, zuerst als Fabrikarbeiterin und später als Reinigungskraft zum Unterhalt der Familie bei, die unter der strengen Obhut der Großmutter stand.

1924 erhielt Camus’ Grundschullehrer von Mutter und Großmutter die Erlaubnis, den begabten Jungen auf die Aufnahmeprüfung am Gymnasium vorzubereiten. Camus bestand die Prüfung und pendelte fortan zwischen der ärmlichen Welt von Belcourt und dem bürgerlichen Milieu der Schule, wo er seine Herkunft vor den Klassenkameraden verbarg, denn er schämte sich wegen seiner Mutter, die nicht nur Analphabetin, sondern auch leicht hör- und sprachbehindert war. Um seinen Status in der Klasse zu verbessern, trieb er Sport und spielte als Torwart beim Fußballverein Racing Universitaire d’Alger.[1]

1930, nach dem ersten Teil des Baccalauréat (frz. Entsprechung zum dt. Abitur), erkrankte er an Tuberkulose und musste sich mehrere Monate in einem Sanatorium in Südfrankreich behandeln lassen. Nach seiner Rückkehr wurde er von einer kinderlosen Schwester seiner Mutter und deren Mann, einem wohlhabenden und literarisch interessierten Metzgermeister, aufgenommen. Bei ihnen fühlte er sich wohl, las und schrieb, entwickelte aber auch erste Dandy-Allüren. Seine Mutter sah er nur noch selten.

1932 legte er den zweiten Teil seines Baccalauréats ab. Sein Traum war der Besuch der Pariser École normale supérieure, der französischen Elitehochschule für die Lehramtsfächer, doch gab es in ganz Algerien keine Vorbereitungsklassen für die Zulassungsprüfung.

Ehe, Studium und erste politische Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albert Camus begann sein Studium der Philosophie an der neu eröffneten Universität von Algier, wo er mit dem jungen Professor Jean Grenier Freundschaft schloss. 1932, gleich nach Beginn seines Studiums, lernte er seine spätere Frau Simone Hié kennen. Er traf sie eines Abends bei seinem Freund Max-Pol Fouchet, dessen Verlobte sie war (zeitweise gab sich Hié auch als Fouchets Frau aus).[2] Obwohl Hié kein Baccalauréat besaß, war sie ebenfalls an der Universität Algier eingeschrieben. Simone Hié pflegte das Image einer intellektuellen „femme fatale“, und sie soll sehr schön gewesen sein.[3] Camus und Hié verliebten sich, über sie erlangte er erstmals Zugang zur Welt der algerischen Oberschicht und deren Luxusclubs. Für Simone schrieb Camus unter anderem Märchen wie Livre de Melusine und verschiedene Texte über seine Jugend. Diese fasste er unter dem Titel L’Envers et l’Endroit (gedruckt 1937) zusammen. Camus beschrieb Simone als Fee[4] und verfasste lyrische und philosophische Texte, die einen Bezug zu Simone hatten.[3] Aus ihren Briefen wird eine starke Seelenverwandtschaft deutlich, dennoch blieb ihre Beziehung zeitlebens rätselhaft.[5]

Als Camus von Simone Hiés Drogensucht, insbesondere ihrer Morphiumsucht, erfahren hatte[6], versuchte er wiederholt, sie von den Drogen abzubringen.[7] Wegen ihrer Sucht und ihrer zerrütteten Familie (Simones Vater hatte ihre Mutter verlassen) war sie auf dem damaligen „Heiratsmarkt“ für Camus eigentlich nicht attraktiv. Dennoch kam es am 16. Juni 1934 zur Heirat[8], obwohl sich Simones Mutter und Alberts Onkel (der eine Gefährdung von Camus’ Karriere durch Hiés Einfluss befürchtete) dagegen ausgesprochen hatten.[3] Bis an sein Lebensende unterstützte Camus Simone Hié finanziell und blieb mit ihr in Kontakt.[9]

1935, nach der Bildung der „Volksfront“, eines antifaschistischen Bündnisses der französischen Linken und gemäßigt linken Parteien (Kommunisten und Sozialisten sowie der Radikalen Partei), politisierte er sich wie viele andere junge Intellektuelle und wurde Mitglied der Kommunistischen Partei, die in Algerien, obwohl es offiziell ein Teil Frankreichs war, eine eigene Organisation aufzubauen versuchte.

Die Partei setzte Camus ein, um im muslimischen Bevölkerungsteil der Stadt antikolonialistische und prokommunistische Propaganda zu betreiben und Mitglieder zu werben. Letzteres erwies sich allerdings als fast unmöglich, da der marxistische Atheismus die Muslime abstieß. Immerhin erhielt Camus Einblick in die sozialen und psychologischen Probleme der damals etwa 8 Millionen arabo- und berberophonen „Eingeborenen“ (indigènes), die von etwa 800.000 „weißen“ Algerienfranzosen, d. h. den Nachkommen französischer, spanischer und italienischer Einwanderer sowie französisierter einheimischer Juden, beherrscht wurden.

Als im Frühsommer 1936 die Volksfront die Wahlen gewann und in ganz Frankreich neue kulturelle Einrichtungen geschaffen wurden, um das Bildungsniveau der Arbeiter zu heben, gründete Camus mit anderen Linken in Algier ein Théâtre du travail (dt. „Theater der Arbeit“), für das er sein erstes Stück Révolte dans les Asturies verfasste und einstudierte. Es handelte von einem Streik spanischer Bergarbeiter im Jahr 1934, wurde jedoch vor der ersten Aufführung bereits verboten. Nebenbei absolvierte Camus – er war inzwischen auch Mitglied der Schauspieltruppe von Radio Algier – sein Diplôme d'études supérieures mit einer Examensarbeit (s. o.) über die antiken nordafrikanischen Philosophen Plotin und Augustinus.

Mit dem Abschluss dieser Arbeit begann Camus’ Entfremdung von Simone Hié, die weiterhin ein ausschweifendes Leben mit häufig wechselnden Beziehungen führte, während Camus sich dem Schreiben widmen wollte. Er verließ die gemeinsame Wohnung und zog zu Freunden in die „Maison Fichu“, ein malerisch auf einer Anhöhe von Algier gelegenes Haus.[10]

Um seine Ehe doch noch zu retten, unternahm Camus mit Simone eine Reise durch Europa. Besonders in Prag machten die beiden lange Station, da Camus sich sehr für Franz Kafka interessierte. In Salzburg entdeckte er jedoch, dass seine Frau eine Beziehung zu ihrem Arzt unterhielt, der sie auch mit Drogen versorgte. Tief getroffen vollzog Camus die endgültige Trennung von ihr und zog zu seinem Bruder Lucien, während Simone zu ihrer Mutter zurückkehrte.

Zurück in Algier traf er auf eine Parteiführung, die auf Moskaus Anweisung hin jegliche antikolonialistische Propaganda eingestellt hatte, weil diese die Verteidigungskraft Frankreichs gegenüber dem aufrüstenden Deutschland, vor dem sich auch Stalin immer mehr fürchtete, hätte schwächen können. Camus, dem die soziale und politische Gleichberechtigung der „Arabes“ am Herzen lag, war empört über den Kurswechsel seiner Partei und wollte die alte Agitation fortsetzen. Dafür wurde er mit dem Parteiausschluss bestraft. Ebenso enttäuscht war er 1937 über das Scheitern eines Gesetzesvorhabens in der Assemblée nationale, wonach zumindest die gebildete und teilweise frankophile autochthone Elite in Algerien das volle französische Bürgerrecht erhalten sollte. Ein weiterer persönlicher Schlag war, dass er wegen seiner Tuberkulose nicht zu den Prüfungen (concours) für die Agrégation zugelassen wurde und sich damit von einer Einstellung als beamteter Gymnasiallehrer ausgeschlossen sah.

Beginn der Schriftstellerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner Enttäuschung begann Camus einen ersten Roman über einen tuberkulosekranken jungen Mann, der einen reichen Krüppel ermordet und bestiehlt, um dann selbst zu sterben: La Mort heureuse. Dieses ihm vielleicht allzu persönlich und unreif erscheinende Werk stellte er jedoch nicht fertig. Vielmehr benutzte er es ab 1938 als Material für L’Étranger, einen politisch motivierten Roman um einen durchschnittlichen jungen Algerienfranzosen namens Meursault.[11] Dieser erschießt zufällig einen jungen Araber, von dem er sich irgendwie bedroht fühlt, will für sein Vergehen aber einstehen und wird so zum Sündenbock, an dem die Justiz erst zögernd, dann jedoch mit voller Härte ein Exempel statuiert.

Obwohl Camus nur von einem Hilfsjob im meteorologischen Institut von Algier lebte, schlug er 1938 einen Posten als angestellter Lehrer in einer algerischen Kleinstadt aus, vielleicht auch deshalb, weil er sich gerade mit seiner späteren zweiten Frau liiert hatte, der Mathematikstudentin und späteren Mathematiklehrerin Francine Faure.

Über seinen Freund Pascal Pia erhielt Camus eine Stelle als Reporter bei dem neuen (linken) Blatt Alger républicain. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte wurden dort Gerichtsreportagen, besonders von Prozessen gegen Araber und Berber, die in einer von den Algerienfranzosen dominierten Justiz häufig die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekamen. Nebenher verfasste Camus eine erste Version seines ersten gänzlich eigenen Stücks Caligula, ein Drama um die Sinnsuche eines jungen Mannes.

In dieser Phase existentieller Enttäuschungen, aber auch mancher Lichtblicke, begann er den philosophischen Essay Le Mythe de Sisyphe, in dem er das menschliche Dasein als fundamental absurd, aber dennoch lebenswert, ja glücklich, darstellt. Im Sommer 1939 schrieb er eine Serie von anklagenden Artikeln über eine Hungersnot im Hinterland von Algier, gegen die die Behörden seines Erachtens nichts unternahmen, weil dort ja nur Berber verhungerten.

Als im September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach und eine Zensur eingeführt wurde, lagen Camus und seine Zeitung ständig im Streit mit der Zensurbehörde. Anfang 1940 stellte die Zeitung aus verschiedenen Gründen ihr Erscheinen ein. Camus musste sich, nachdem er endlich von seiner ersten Frau geschieden worden war und Francine Faure geheiratet hatte, von seiner zweiten Frau ernähren lassen. Da dies für ihn schwer erträglich war, ging er nach Paris – ohne (wie oft fälschlich behauptet) aus Algerien ausgewiesen worden zu sein –, nachdem er dort, wiederum mit Hilfe von Pascal Pia, eine Stelle als Reporter bei der Zeitung Paris-Soir erhalten hatte.

Kriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unmittelbar vor Beginn des blitz allemand am 10. Mai beendete er sein Werk L’Étranger, das er in der Zwischenzeit mit zusätzlichen Themen, insbesondere den Lehren des Sisyphe, angereichert hatte, die die ursprüngliche politische Intention fast verdeckten. Kurz bevor die deutschen Truppen in Paris einmarschierten, flüchtete Camus mit der Redaktion seiner Zeitung nach Clermont-Ferrand und bald weiter nach Lyon, wo er den Waffenstillstand (22. Juni) und die Anfänge des neuen État français unter Marschall Pétain erlebte.

In der Folgezeit führte er ein unstetes Leben zwischen Frankreich und Algerien, schrieb dennoch fleißig und beendete im Winter 1941/42 in Oran (dem Heimatort seiner Frau, wo er eine Lehrerstelle erhalten hatte) Le Mythe de Sisyphe. Der Essay, der die Überwindung der Sinnlosigkeit der eigenen Existenz durch trotziges Akzeptieren ihrer Tragik und durch Pflichterfüllung zu propagieren scheint, traf bei seiner Publikation im Oktober offenbar die Stimmung im besetzten Frankreich. Denn hier neigte man dazu, die gerade erlittene Niederlage gegen Deutschland durch eine Flucht ins Alltagsleben zu kompensieren. Camus wurde nun bekannt, zumal auch der im Juni endlich veröffentlichte Étranger gut aufgenommen wurde (der jedoch nicht mehr als ein algerisch-politisch motivierter Roman gesehen wurde, sondern als Meditation über den Sinn der menschlichen Existenz).

Ende 1942 weilte Camus wieder zu einer Kur in Südfrankreich und konnte nicht nach Oran zurück, nachdem Algerien von anglo-amerikanischen Truppen eingenommen worden war und die Deutschen am 11. November auch den bisher unbesetzten Süden Frankreichs, die zone libre, ihrer direkten Kontrolle unterstellt hatten. Er reiste deshalb nach seiner Kur nach Paris, wo er bei seinem Verlag Gallimard eine Stelle als Lektor erhielt und nunmehr hautnah die Verhältnisse im besetzten Frankreich miterlebte, wo sich nach der Niederlage der deutschen Truppen in Stalingrad die Stimmung allmählich aufhellte. In diesem Umfeld begann er die Arbeit an dem Roman La Peste (Die Pest), der seine persönliche Situation, d. h. das Getrenntsein von seiner Frau, und seinen Willen, sich politisch zu engagieren, ebenso widerspiegelt wie die allgemeine Lage im Land, dessen Menschen meist noch willig oder gleichmütig mit dem Pétain-Regime und den Besatzern kollaborierten, teils aber schon, wie bald auch Camus selbst, sich der Widerstandsbewegung anschlossen, der Résistance. La Peste erschien erst 1947, wurde aber trotzdem noch ein großer Erfolg, weil das Werk, als ein Hohes Lied der Pflichterfüllung, speziell den männlichen Franzosen offenbar die letzten Kriegsjahre verklären half, in denen sie nach einem sich rasch bildenden Mythos angeblich allesamt erklärte (oder doch wenigstens heimliche) Widerständler gewesen waren. Camus lernte in der Widerstandsgruppe Combat auch René Leynaud kennen, zu dessen 1947 bei Gallimard herausgegebenen Gedichten er das Vorwort schrieb.

1943 schrieb Camus das Stück Le Malentendu und begann seine Mitarbeit an dem im Untergrund erscheinenden Blatt Combat, dessen Chefredakteur er nach der Befreiung Frankreichs im Jahre 1944 wurde. Trotz seines Wirkens als Widerständler setzte er sich mit seinen Lettres à un ami allemand (1945) für die deutsch-französische Versöhnung ein.

Herman Melville wird zu dieser Zeit von Camus in einem privaten Brief an Liselotte Dieckmann ausdrücklich als eines seiner wichtigsten Vorbilder genannt.

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Nachkriegsjahren war er wie Sartre (mit dem ihn eine kurze Zeit lang auch ein freundschaftliches Verhältnis verband) einer der Vordenker des Existentialismus. Sein bekanntestes philosophisches Werk aus dieser Zeit ist die Essay-Sammlung L’Homme révolté (1947–1951), die ihm neben viel Beifall auch Polemik eintrug, nicht zuletzt von Sartre, der ihm den Verrat linker Ideale vorwarf.

Weniger erfolgreich waren seine politischen Werke aus diesen Jahren: L’État de siège (1948) oder das im zaristischen Russland spielende Les Justes (1949), das anhand des 1905 von Iwan Kaljajew verübten Attentats auf den Großfürsten Sergei Alexandrowitsch Romanow die immer wieder aktuelle Problematik der politisch motivierten Attentate behandelt, deren Sinnhaftigkeit Camus in Frage stellte, aber nicht völlig verneinte.

Ähnlich wie Sartre begnügte auch Camus sich nicht mit einer Literatenrolle, sondern versuchte darüber hinaus journalistisch in die Politik hineinzuwirken als ein humanitärer, gemäßigt linker Pazifist, der insbesondere die Unnachgiebigkeit der französischen Kolonialpolitik und die Grausamkeiten der Kolonialtruppen brandmarkte. Seine Zeitschriftenartikel gab er ab 1950 regelmäßig auch in Sammelbänden mit dem Titel Actuelles heraus.

Da er bemüht war, über den Parteien zu stehen, geriet er oft zwischen die Fronten. So scheiterten 1956 seine Vermittlungsversuche bei den sich langsam zum Krieg entwickelnden Unruhen in Algerien, denn sein Plädoyer für eine bürgerrechtliche Gleichstellung der Arabes war den meisten Franzosen viel zu radikal, wogegen seine Vorstellung von einem am Ende doch französischen Algerien für die meisten autochthonen Algerier inzwischen inakzeptabel war.

Sein belletristisches Schaffen war in diesen Jahren weniger intensiv, zumal ihn seine Tuberkulose häufig an der Arbeit hinderte. Immerhin kamen 1956 der kurze Roman La Chute und 1957 ein Sammelband von meist in Algerien spielenden Erzählungen, L’Exil et le Royaume, heraus.

1957 erhielt Camus den Literaturnobelpreis „für seine bedeutungsvolle Verfasserschaft, die mit scharfsichtigem Ernst menschliche Gewissensprobleme in unserer Zeit beleuchtet“.[12] 1959 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmal zu Ehren von Albert Camus in Villeblevin

Am Nachmittag des 4. Januar 1960 starb Camus bei einem Autounfall als Beifahrer auf der Fahrt von Lourmarin nach Paris in der Nähe von Villeblevin. Der von Michel Gallimard, einem Neffen von Camus’ Verleger, gelenkte Facel Vega FV kam ins Schleudern, als ein Hinterreifen geplatzt war, und prallte mit der rechten Seite gegen einen Baum. Camus war sofort tot, Gallimard starb am 14. Januar 1960 in einem Krankenhaus an seinen Verletzungen. Die Insassen im Fond dagegen, Michel Gallimards Frau Janine und ihre Tochter Anne, überlebten beinahe unverletzt.[13] Camus hatte sich von Gallimard zu der Fahrt überreden lassen, obwohl er bereits eine Bahnfahrkarte nach Paris gelöst hatte.

Camus’ Grabstein in Lourmarin, Département Vaucluse

Bis zuletzt hatte er an Le Premier Homme gearbeitet, einem autobiografischen Roman über seine Kindheit und frühe Jugend als Sohn eines ihm nur vom Hörensagen schemenhaft bekannten Vaters. Das Roman-Fragment erschien postum 1994.

Zu Camus’ Tod gab es – aufgrund einer Behauptung des italienischen Intellektuellen und Dichters Giovanni Catelli – die Spekulation, an dem Fahrzeug des Verlegers Gallimard seien im Auftrag des früheren sowjetischen Außenministers Dmitri Schepilow (der freilich schon 1957 aus dem Amt entlassen worden war) Manipulationen vorgenommen worden.[14][15] Catelli berief sich dabei auf Auszüge aus dem Tagebuch des tschechischen Übersetzers und Dichters Jan Zábrana, der dies von einem Informanten erfahren haben will.[14][15][16]

Camus wurde auf dem Friedhof von Lourmarin beigesetzt.

Philosophie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klassifizierung von Camus’ Philosophie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albert Camus, der in Deutschland eher als Philosoph denn als Literat bekannt ist, zählte sich selbst nicht zu den Vertretern des Existentialismus.[17] Insbesondere seine frühen Werke stehen dieser philosophischen Strömung jedoch sehr nahe. So würdigte Jean-Paul Sartre seinen Roman Der Fremde (1942) als wichtiges Werk des Existentialismus. Jedoch teilt Camus nicht die für den Existentialismus typische Grundannahme, dass die Existenz der Essenz vorausgeht ("Zwei gewöhnliche Irrtümer: die Existenz geht der Essenz voraus oder die Essenz der Existenz. Sie gehen und erheben sich beide im gleichen Schritt."[18])

Das philosophische Werk von Camus hat jedoch auch einen eigenständigen Charakter. Die Camus’sche Philosophie wird daher in Abgrenzung zum Existentialismus oft als „Philosophie des Absurden“ bezeichnet. Dies erscheint gerechtfertigt, da insbesondere Camus’ Sicht der Revolte von der existentialistischen Philosophie abweicht, was schließlich auch zum Bruch mit Sartre führte.

Die beiden philosophischen Hauptwerke von Camus sind die Essays Der Mythos des Sisyphos (Le Mythe de Sisyphe, 1942) und Der Mensch in der Revolte (L’Homme révolté, 1951). Daneben bringt Camus seine Philosophie auch in seinen Romanen und Bühnenstücken zum Ausdruck.

Das Absurde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zentrum der Philosophie von Camus steht das Absurde. Das Absurde entsteht aus der Gegenüberstellung der berechtigten Sinnsuche des Menschen und der Sinnlosigkeit der Welt.[19]

Dem Leid und dem Elend in der Welt sei kein Sinn abzugewinnen. Der „absurde Mensch“ sei stets Atheist. Das Leid bleibt für ihn nicht nur sinnlos, es bleibt auch unerklärbar. Wäre Camus’ „Mensch“ nicht Atheist, sondern den christlichen Religionen verbunden, könnte man hinter diesem theoretischen Ansatz das Problem der Theodizee vermuten, das die Frage danach, wie ein „liebender Gott“ mit dem Leid der Welt in Einklang zu bringen ist, sinnvoll aufzulösen versucht. Nach Camus fühle „der Mensch“, wie fremd ihm alles sei, und erkenne dabei die Sinnlosigkeit der Welt; so stürze er im Verlaufe seines Strebens nach Sinn in tiefste existentielle Krisen. Das Absurde mache vor niemandem halt:

„Das Absurde kann jeden beliebigen Menschen an jeder beliebigen Straßenecke anspringen.“

Für Camus besteht das Absurde im Erkennen der Tatsache, dass das menschliche Streben nach Sinn in einer sinnleeren Welt notwendigerweise vergeblich, aber nicht ohne Hoffnung bleiben muss. Um nicht verzweifelt zu resignieren oder in Passivität zu verfallen, propagiert Camus im Sinne des Existentialismus und in Anlehnung an Friedrich Nietzsche den aktiven, auf sich allein gestellten Menschen, der unabhängig von einem Gott und dessen Gnade selbstbestimmt ein Bewusstsein neuer Möglichkeiten der Schicksalsüberwindung, der Auflehnung, des Widerspruchs und der inneren Revolte entwickelt.

Der Tod als absolutes Ende und unausweichliche Fatalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tod ist für Camus zum einen ein absolutes Ende, das wie das Leben keinen Sinn hat. Der Tod ist die einzige Fatalität, die schon vorgegeben ist und der man nicht entrinnen kann (hier zeigt sich der Einfluss Martin Heideggers). Oft ist der Tod „ungerecht“, etwa wenn er wie in dem Roman Die Pest Kinder trifft. Der Tod ist für Camus auch ein endgültiges Ende: All die sinnlosen Taten und Auflehnungen gegen das Absurde werden durch den Tod ein für alle Mal besiegelt. Der Tod ist für die Menschen bei Camus ein krönender Abschluss eines absurden Lebens.

Der Tod ist für Camus (vielleicht) eine unausweichliche Fatalität, aber keinesfalls das Ende bzw. der Endpunkt des absurden Lebens; vielmehr ist der Tod bzw. der Suizid die Umkehrung des Absurden, vor dem die Augen verschlossen werden. Es ist auch absurd, vor dem Absurden fliehen zu wollen. Die Möglichkeit, trotz der Absurdität des Daseins – Unvereinbarkeit von Mensch und Welt – als Mensch Bestand zu haben, liegt für Camus im „existentiellen Sprung“ oder "philosophischen Suizid" (frz. suicide philosophique). Dieser beschreibt den vom Menschen gestellten Anspruch einer intellektuellen Theorie, über die Unmöglichkeit von Sinnerkenntnis hinüberzuschreiten, um den Sinn selbst zu postulieren. Der absurde Mensch begrenzt jedoch seine Erwartungen an Sinnstiftung stets auf die ihm unmittelbaren Tatsachen, um nicht spekulativen Ideen, anstelle der unabdingbaren Sinnlosigkeit, und so dem „philosophischen Suizid“ zu erliegen. Dies soll den realen Suizid unabdingbar verneinen und stellt so das Sich-zur-Wehr-Setzen des absurden Menschen gegen die für ihn fremde und verschlossene Welt dar.

Das führt dann zur anderen Seite der Todeserfahrung bei Camus als ein Moment, das unabhängig vom eigentlichen endgültigen körperlichen Absterben als eine glückliche vorweggenommene Todeserfahrung im Diesseits beschrieben wird. In Der glückliche Tod, dem von ihm selbst nicht veröffentlichten Vorentwurf von Der Fremde, beschreibt er diesen aus der Sicht des Protagonisten Meursault als ein ewiges Ereignis im Bewusstsein. Meursault kauft gegen Ende des Romans ein Haus in einem Dorf am Meer. Nachdem er schwer krank geworden ist, stirbt er angeblich einen glücklichen, bewusst erlebten Tod: „Ein Stein zwischen Steinen, ging er in der Freude seines Herzens wieder in die Wahrheit der unbeweglichen Welten ein.“

Die „permanente Revolte“ als Weg zur Überwindung des Absurden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt zwar keinen „Ausweg“ aus der absurden Situation des Menschen, dennoch kann das Absurde überwunden werden: durch die Annahme der absurden Situation seitens des Menschen. Der Mensch gesteht sich die Absurdität seiner Lage ein und akzeptiert sie, anstatt dem Irrglauben zu erliegen, er müsse sich durch Selbsttötung aus der Absurdität befreien. Vielmehr strebt er trotz allem (und auch das sei absurd) weiter, nach vorne. Der Mensch ist – ebenso wie bei anderen Vertretern des Existentialismus – ein Handelnder, ein Drängender. Sinnbild für diesen „absurden“ Menschen ist die mythologische Gestalt des Sisyphos (vgl. Der Mythos des Sisyphos).

In dem philosophischen Essay Der Mythos des Sisyphos illustriert Camus das Glücklichsein des absurden Menschen am Beispiel der mythologischen Figur, die dazu verdammt ist, einen Stein immer wieder von neuem auf einen Berg zu wälzen.

Dennoch löst sich der Widerspruch des Absurden durch diese „permanente Revolte“ nie ganz auf. Die Revolte ist notwendig, führt aber letztlich nie zum Ziel. Es ist in gewisser Hinsicht ein ewiges Aufstehen mit einem „höhnischen Trotzdem“, mit dem der absurde Mensch den Tag aufs Neue beginnt. Dieser Prozess selbst ist endlos. Jene Sicht der Revolte entzweite Camus mit dem inzwischen marxistischen Sartre, der sich eine gesellschaftliche Revolte vorstellte, die zum historischen Ziel des Kommunismus führen sollte.

Menschliche Solidarität und Liebe als Werte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon in der Novellensammlung Das Exil und das Reich (L’Exil et le Royaume, 1952) und ansatzweise in Le Mythe de Sisyphe von 1942 wird deutlich, dass „solidaire“ (Beziehungen zu anderen Menschen) und „solitaire“ (Alleinsein) zwei Seiten derselben Medaille sind, das eine so einseitig wie das andere. Würde man sich entscheiden, beträte man einen Irrweg. Nach Camus sind die zwischenmenschlichen Beziehungen für sich betrachtet ebenso absurd wie die Situation des Menschen, der sich alleine der Natur gegenübersieht, die ihn allumfassend umgibt. Beides ist komplementär wie zwei Seiten eines Schriftstückes, die dem Leser nie zugleich bewusst sichtbar sind. Sie schließen sich aus und bedingen sich gleichzeitig. In der Pest versucht er eine Weiterentwicklung dieses Gedankens – allerdings persönlich wohl nicht überzeugt, eher der politischen Situation geschuldet. Es bleibt letztlich dabei, dass der Mensch „vor dem Sprung“ bleiben muss, um nicht einen der beiden sich bietenden einseitigen Irrwege zu beschreiten. In Die Pest reicht die Revolte allein nun nicht mehr zur Sinngebung des Menschen aus. In ihrer scheinbar hoffnungslosen Situation und ihrem aussichtslosen Kampf dagegen finden die Menschen zur gegenseitigen Solidarität, zu Freundschaft und Liebe:

« À la fin, c’est trop bête de ne vivre que dans la peste. Bien entendu, un homme doit se battre […]. Mais s’il cesse de rien aimer par ailleurs, à quoi sert qu’il se batte? »

„Letztendlich ist es sehr dumm, nur mit der Pest zu leben. Ein Mensch muss natürlich kämpfen […]. Aber wenn es damit endet, dass er sonst nichts mehr liebt, wofür ist dann das Kämpfen gut?“[20]

Ohne im Daseinskampf gewonnene Werte ergibt die Revolte keinen Sinn. Aber diese Werte müssen sich auf das richten, was wirklich existiert: auf die Menschen selbst. Was der Mensch braucht, ist „menschliche Wärme“ („chaleur humaine“).

Ähnlich thematisiert Camus in seinem Drama Der Belagerungszustand den Widerstand gegen jede Form der Inhumanität, politischer wie existentieller Art. Die spanische Stadt Cádiz ist als Schauplatz exemplarisch gewählt, weil dort in der Vergangenheit zum einen die Pest bereits gewütet hatte und die Stadt zum anderen eine wichtige Rolle in der spanischen Revolution von 1823 spielte, die in der Schlacht von Trocadero niedergeschlagen wurde. Ähnlich manchen Republikanern im Spanischen Bürgerkrieg gibt auch der Held Diego in diesem Drama trotz teils aussichtsloser Lage den Kampf nicht auf. Das Stück wurde daher oft als dramatische Variante des Romans Die Pest bezeichnet. Die Helden Bernard Rieux und Diego haben zwar manches gemeinsam, dennoch gibt es unterschiedliche Diskurse in beiden Werken.

In seinem Roman Der Fall (La chute, 1956) kritisiert Camus den oft heuchlerischen und oberflächlichen Charakter der menschlichen Beziehungen.

Politische Haltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Camus wandte sich in seinen Reden und Schriften gegen alle autoritären Staatsformen, insbesondere gegen den stalinistischen Sozialismus. Es ist jedoch keineswegs so, dass er Befürworter einer parlamentarischen Demokratie war. Vielmehr vertrat Camus einen Anarchosyndikalismus, bei dem die Produktionsmittel in den Händen der Gewerkschaften liegen. Bereits 1944 wünschte er sich eine „internationalistische Ökonomie, in der die Rohstoffe verstaatlicht werden, der Handel kooperativ organisiert und die kolonialen Absatzmärkte allen zugänglich gemacht werden und das Geld selbst Kollektivstatus erhält.“ Wenig später forderte er die „Vereinigten Staaten der Welt“, die „Abschaffung der Lohnarbeit“ und, „die Gewerkschaften an der Verwaltung des Volkseinkommens zu beteiligen“. 1951 betonte er zusammenfassend: „Meine Sympathien gelten den libertären Formen des Syndikalismus.“[21]

Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutung der Kunst im Werk von Camus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Absurde im Werk Albert Camus‘ ist nur eine Diagnose. Danach gilt es für Camus eine Strategie gegen die vermeintliche Sinnlosigkeit der Welt zu entwickeln, die er im Wesentlichen der Kunst und dem Künstler überträgt. Sein Werk enthält nicht nur in Der Mensch in der Revolte (L’Homme révolté, 1951) dezidierte Aufforderungen, mit einer Revolte dem Absurden zu begegnen. Diese Revolte wird von Camus in seinen wichtigsten Schriften vor allem dem Künstler und damit der Kunst als eine permanente Aufgabe gestellt.

Die Kunst erscheint schon in seinen frühen Schriften wie in L’art de la communion (vor 1933): „…die Kunst kämpft gegen den Tod. Auf der Suche nach Unsterblichkeit gibt der Künstler einem vergeblichen Stolz, der eine gerechte Hoffnung ist, nach.“[22].Den Schlüsselsatz zum Verständnis des Absurden hat er schon 1942 geschrieben: „Die absurde Welt lässt sich nur ästhetisch rechtfertigen“, notiert er Ende 1942 in seinem Tagebuch.[23] In Der Mythos des Sisyphos (Le Mythe de Sisyphe)(1942) weist er auf die fundamentale Bedeutung der Kunst hin.[24] Die Kunst steht im Dienst der Revolte, ohne die jede Revolte ihre Bestimmung verfehlen wird. Die Kunst versteht Camus als eine Revolte gegen die unvollkommene Welt. Der Künstler soll der Realität eine andere Form geben. Die Kunst ist weder Verweigerung noch Ablehnung dessen, was ist. Diese Balance gelingt dem Künstler nur, wenn er bereit ist, das Los aller zu teilen, und sein Werk nicht auf Hass und Missachtung gründet. In Der Mensch in der Revolte (L’homme révolté) (1951) deutet er im 4. Kapitel Revolte und Kunst die Position und die Aufgabe des Künstlers: „Der Künstler erschafft die Welt auf seine Rechnung neu.“[25]

Kunst und Freiheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunst und Freiheit sind in seinen theoretischen und fiktionalen Werken untrennbar miteinander verbunden. Die daraus resultierende Unabhängigkeit nicht nur für die Kunst auch den Ideologien gegenüber wurde vom linken Lager nicht akzeptiert. Der Streit mit seinem Freund Jean-Paul Sartre, der auf die Rezension von Der Mensch in der Revolte (L’homme révolté) von Francis Jeanson in der Zeitschrift Les temps modernes[26] folgte, führte zum definitiven Bruch ihrer Freundschaft.[27] Heute zeigt sich vor allem wegen seiner Aussagen zur Kunst und zur Freiheit eine ungebrochene Aktualität seines Werkes, die Camus’ Forderungen und Positionen bestätigt. Für Rupert Neudeck, des Begründers des Unternehmens Cap Anamur war Die Pest (La peste) eine „Bibel der NGOs“[28] In Die Pest resümiert der Journalist Rambert, den der Arzt Rieux überzeugt hat, in der von der Pest heimgesuchten Stadt zu bleiben, seine Einsicht, die auch die Haltung ist, die Camus dem Künstler zuschreibt: „Ja, sagte Rambert, aber man kann sich schämen, wenn man ganz allein glücklich ist.“[29] Damit beantwortet er die Frage, die der Künstler Jonas als letzte Handlung auf seine leere Leinwand geschrieben hatte: „solitaire oder solidaire[30] Camus verstand sein Gesamtwerk als eine Interpretation ästhetischer Reflexionen, die immer wieder in seinen Tagebüchern erscheinen. Es ging ihm um die Auflehnung des Künstlers gegen die als absurd empfundene Welt, eine Revolte, die er den Ideologien, die die Freiheit der Kunst angreifen, nachdrücklich entgegenstellt: Im Frühjahr 1943 schreibt er „Die Kunst ist der Abstand, den die Zeit dem Leiden gibt.“[31] Ganz persönliche Eintragungen wie im Mai 1953 verweisen auf sein Selbstverständnis als Künstler: „Wenn ich meinen Leidenschaften nicht nachgegeben hätte, wäre ich vielleicht imstande gewesen, der Welt mitzuwirken, etwas in ihr zu ändern. Aber ich habe ihnen nachgegeben, und deshalb bin ich ein Künstler und weiter nichts.“[32]

Seine Rede anlässlich der Entgegennahme des Nobelpreises für Literatur am 10. Dezember 1958 in Stockholm resümiert die Verbindung von Kunst und Freiheit, so wie er sie in seinem Gesamtwerk entwickelt hat. Die Kunst ist den Ideologien und der Politik überlegen. Nicht die Ideologien begründen die Freiheit, sondern sie wird nur durch die uneingeschränkte Ausübung der Kunst sichergestellt.[33] In Stockholm gibt er einen Schlüssel zum Verständnis seines Gesamtwerkes.[34] Camus spricht von der Kunst, ohne die er nicht leben könne. Sie dulde keine Einsamkeit. Der Künstler teile die Kunst mit allen. Der zweite Bezugspunkt ist die Schönheit. Die Kunst ist ein Mittel, möglichst viele Menschen zu erreichen: „Die Kunst ist in meinen Augen kein einsiedlerisches Vergnügen. Sie ist ein Mittel, die größtmögliche Zahl von Menschen anzurühren, indem sie ihnen ein beispielhaftes Bild der gemeinsamen Leiden und Freuden vorhält. Sie verlangt also vom Künstler, sich nicht abzukapseln; sie unterwirft ihn der bescheidensten und zugleich umfassendsten Wahrheit.“[35] Er warnt den Künstler davor, seine Unabhängigkeit aufzugeben, denn dann verlöre er die Kunst als ein Mittel, sie gegen Unterdrückung einzusetzen. Der Künstler kann keine Moral formulieren. Eine Definition für die Wahrheit gebe es nicht, sie müsse immer wieder neu bestimmt werden. „Camus justiert mit dieser Rede, die die Wörter absurd und Revolte nicht nennt, die Gewichte für die Interpretation seines Werkes.“[33]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Originalausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Licht und Schatten (L’envers et l’endroit, 1937), in: Literarische Essays. Rowohlt, Hamburg 1959
  • Caligula (1938), in: Dramen. Rowohlt, Hamburg 1959
  • Hochzeit des Lichts. Impressionen am Rande der Wüste (Noces, 1938). Arche, Zürich 1954; Neuausgabe ebd. 2009, ISBN 978-3-7160-2634-2.
  • Der Mythos des Sisyphos. Ein Versuch über das Absurde (Le mythe de Sisyphe, 1942). Rauch, Bad Salzig/Düsseldorf 1950
  • Der Fremde. Erzählung (L’étranger, 1942). Rauch, Boppard/Bad Salzig 1948
  • Das Missverständnis (Le malentendu, 1944), in: Dramen. Rowohlt, Hamburg 1959
  • Die Pest. Roman (La peste, Paris 1947). Abendlandverlag, Innsbruck 1948
  • Der Belagerungszustand (L’état de siège, 1948). Desch, München 1950
  • Die Gerechten (Les justes, 1949), in: Dramen. Rowohlt, Hamburg 1959
  • Der Mensch in der Revolte (L’homme révolté, 1951). Rowohlt, Hamburg 1953
  • Heimkehr nach Tipasa (L’été, 1954). Arche, Zürich 1957
  • Der Fall. Roman (La chute, 1956). Rowohlt, Hamburg 1957
  • Das Exil und das Reich. Erzählungen (L’exil et le royaume, 1957). Rowohlt, Hamburg 1958
  • Die Besessenen (Les possédés, 1959). Rowohlt, Hamburg 1960

Postum erschienene Werke bzw. Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Postum geschriebener Brief an Camus:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biografisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Germaine Brée: Albert Camus. Gestalt und Werk. Rowohlt, Reinbek 1960.
  • Morvan Lebesque: Albert Camus in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Monographien Nr. 50. Rowohlt, Reinbek 1960.
  • Conor Cruise O’Brien: Albert Camus. Dtv, München 1971.
  • Friedrich Wilhelm BautzCAMUS, Albert. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 1, Bautz, Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1, Sp. 904–907.
  • Brigitte Sändig: Albert Camus. Eine Einführung in Leben und Werk. Reclams Universalbibliothek Nr. 1006. Leipzig 1983.
    • dies.: Albert Camus. Monographien Nr. 544. Rowohlt, Reinbek 1995; wieder: Monographien Nr. 635, Reinbek 2000, ISBN 3-499-50635-1.
  • Herbert R. Lottman: Camus. Eine Biographie. Hoffmann und Campe, Hamburg 1986 (zuerst Paris 1978).
    • Camus. Das Bild eines Schriftstellers und seiner Epoche. Biographien Nr. 169. Heyne, München 1988.
  • Heiner Feldhoff: Paris, Algier. Die Lebensgeschichte des Albert Camus. Beltz & Gelberg, Weinheim 1991 und 1998.
  • Olivier Todd: Albert Camus. Ein Leben. Rowohlt, Reinbek, 1999, ISBN 3-498-06516-5.
  • Marie-Laure Wieacker-Wolff: Albert Camus. Dtv, München 2003, ISBN 3-423-31070-7.
  • Jeanyves Guérin: Dictionnaire Albert Camus. Laffont, Paris 2010, ISBN 978-2-221-10734-8.
  • Ève Morisi: Albert Camus contre la peine de mort. Gallimard, Paris 2011, ISBN 978-2-07-013554-7.
  • Michel Onfray: L’ordre libertaire. La vie philosophique d’Albert Camus. Flammarion, Paris 2012, ISBN 978-2-08-126441-0. Deutsche Ausgabe: Im Namen der Freiheit. Leben und Philosophie des Albert Camus. Übersetzt von Stephanie Singh. Knaus, München 2013, ISBN 978-3-8135-0533-7.
  • Martin Meyer: Albert Camus – Die Freiheit leben. Hanser, München 2013, ISBN 978-3-446-24353-8.
  • Iris Radisch: Camus: Das Ideal der Einfachheit. Eine Biographie. Rowohlt, Reinbek 2013, ISBN 978-3-498-05789-3.
  • Patrick McCarthy: Camus: A Critical Study of His Life and Work. Hamish Hamilton, London 1982, ISBN 978-0241106037.
  • Elizabeth Hawes: Camus, A Romance. Grove/Atlantic, Inc., New York 2009, ISBN 9780802118899.
  • Catherine Camus: Albert Camus : solitaire et solidaire. Éditions Michel-Lafon, Neuilly-sur-Seine 2009, ISBN 9782749910871.
  • Catherine Camus: Le monde en partage. Itinéraires d'Albert Camus. Gallimard - Albums Beaux Livres, Paris 2013, ISBN 9782070140947.
  • Neil Helms, Harold Bloom: Albert Camus. Chelsea House Publications, coll. « Bloom's BioCritiques », New York 2003, ISBN 9780791073810.
  • André Comte-Sponville, Laurent Bove, Patrick Renou: Camus: de l'absurde à l'amour : lettres inédites d'Albert Camus. Éditions Paroles d'Aube, ISBN 9782909096414.
  • Emmanuel Roblès: Camus, frère de soleil. Éditions du Seuil, Paris 1995, ISBN 9782020251747.
  • Pierre-Louis Rey: Camus. L'homme révolté. Collection Découvertes Gallimard (n° 488), Série Littératures. Paris 2006, ISBN 9782070318285.
  • Virgil Tănase: Camus. Gallimard - Collection Folio biographies (n° 65), Paris 2010, ISBN 9782070344321.
  • Raymond Gay-Crosier, Agnès Spiquel: Cahier de L'Herne Camus. Éditions de L'Herne, Paris 2013, ISBN 9782851971722.
  • Roger Grenier: Album Camus : iconographie choisie et commentée. Gallimard - Collection Albums de la Pléiade (n° 21). Paris 1982, ISBN 9782070110452.
  • Stephen Eric Bronner: Camus: Portrait of a Moralist. University of Minnesota Press, Minneapolis 1999, ISBN 9780816632848.
  • Robert Zaretsky: Albert Camus: Elements of a Life. Cornell University Press, Ithaca, United States 2010, ISBN 9780801479076.
  • Robert Zaretsky: A Life Worth Living: Albert Camus and the Quest for Meaning. Harvard University Press, Cambridge, Massachusetts 2013, ISBN 9780674724761.
  • Jean-Claude Brisville, Camus. NRF Gallimard - Collection La bibliothèque idéale, Paris 1959, ISBN 9782070210367.
  • Alain Vircondelet: Albert Camus, vérité et légendes. Photographies : collection Catherine et Jean Camus. Éditions du Chêne, Paris 1998, ISBN 9782842771089.

Als Erzählung

  • Susy Langhans-Maync: Der Fluch von Lourmarin. (Leicht gekürzte Version) in Adalbert Keil (Hrsg.): Die Prophezeiung. Zigeunergeschichten. Goldmanns Gelbe TB #1622, München 1965. (Anthologie, zuerst bei Kurt Desch, ebd. 1964) S. 125–147. – Originalausgabe: Der Fluch von Lourmarin. Fünf unheimliche Geschichten aus 5 Ländern. Viktoria, Bern 1963[37]
    • Erläuterung in: Franz Rottensteiner und Michael Koseler (Hrsg.): Werkführer durch die utopisch-phantastische Literatur. Corian-Verlag Heinrich Wimmer, Meitingen 1988 ff., Loseblatt, ISBN 978-3-89048-800-4.

Zum Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stephan Leopold: Problematische Hegemonie, libidinöse Investition. Zur Frage kolonialer Allegoriebildung am Beispiel von Albert Camus’ L’Étranger und Kateb Yacines „Nedjma“, in Zs. Lendemains. Études comparées sur la France – Vergleichende Frankreichforschung # 130/131, Narr, Tübingen 2008 ISSN 0170-3803 S. 162–198[38]
  • Jacqueline Lévi-Valensi (Hrsg.): Albert Camus – Journalist in der Résistance. Aus dem Französischen übersetzt von Lou Marin, Laika Verlag, Hamburg 2014, ISBN 978-3-944233-24-6 (Band I) und ISBN 978-3-944233-25-3 (Band II).[39]
  • Walter Neuwöhner: Ethik im Widerspruch. Zur Entfaltung der Sittlichkeit unter dem Vorzeichen des Unglaubens, dargetan an den Essays „Le Mythe de Sisyphe“ und „L’Homme révolté“ von Albert Camus. Peter Lang, Frankfurt 1985.
  • Leo Pollmann: Sartre und Camus. Literatur der Existenz. Reihe: Sprache und Literatur, 40. Kohlhammer, Stuttgart 1967
  • Johannes Pfeifer: Sinnwidrigkeit und Solidarität. Beiträge zum Verständnis von Albert Camus. Die Spur, Berlin 1969
  • Heinz Robert Schlette:
  • Lou Marin: Ursprung der Revolte. Albert Camus und der Anarchismus. Graswurzelrevolution, Heidelberg 1998 ISBN 3-9806353-0-9
  • Lou Marin (Hrsg.): Albert Camus: Libertäre Schriften (1948–1960), Laika Verlag, Hamburg, 2013, ISBN 978-3-942281-56-0
  • Asa Schillinger-Kind: Albert Camus zur Einführung. Reihe: Zur Einführung, 299. Junius, Hamburg 1999 ISBN 3-88506-309-3
  • Hartmut Sommer: Das Absurde und das Licht. Albert Camus und das Licht der Provence, in: Revolte und Waldgang – Die Dichterphilosophen des 20. Jahrhunderts, Lambert Schneider, Darmstadt 2011, ISBN 978-3-650-22170-4
  • Jean Firges: Camus. Das Absurde und die Revolte. Exemplarische Reihe Literatur und Philosophie. Sonnenberg, Annweiler 2000 ISBN 3-933264-03-0
  • Heiner Wittmann: Albert Camus. Kunst und Moral. Hg. Dirk Hoeges. Reihe: Dialoghi/Dialogues. Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs, 6. Peter Lang, Frankfurt 2002 ISBN 3-631-39525-6
    • dsb.: Sartre and Camus in Aesthetics. The Challenge of Freedom. Hg. Dirk Hoeges. Reihe: Dialoghi/Dialogues. Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs, 13. ebd. 2009 ISBN 978-3-631-58693-8
  • Brigitte Sändig: Albert Camus. Autonomie und Solidarität. Königshausen & Neumann, Würzburg 2004 ISBN 3-8260-2630-6
  • Horst Wernicke (Hrsg.): Albert Camus – René Char. Einsam und gemeinsam. Spuren einer Freundschaft. Osiris. Zeitschrift für Literatur und Kunst, 5. Rimbaud, Aachen 1998. ISBN 3-89086-829-0 Inhalt: Rimbaud Verlag – Osiris. Zeitschrift für Literatur und Kunst
  • Anne-Kathrin Reif: Die Welt bietet nicht Wahrheiten, sondern Liebesmöglichkeiten. Zur Bedeutung der Liebe im Werk von Albert Camus. Wuppertal 1999 Online (PDF; 1,3 MB)
  • Anne-Kathrin Reif: Albert Camus – Vom Absurden zur Liebe. Djre Verlag, Königswinter 2013. ISBN 978-3-9816109-0-1
  • Wolf-Dieter Narr: Die Aktualität des anarchistischen Kampfes. Vor 50 Jahren starb Albert Camus. Lust, sich mit ihm auseinanderzusetzen, macht: „Ich revoltiere, also sind wir“. in Zs. Graswurzelrevolution Nr. 345, 2010, S. 22 online
  • Rupert Neudeck: Die politische Ethik bei Jean Paul Sartre und Albert Camus. Diss. phil., Bonn 1975 ISBN 3-416-01008-6

Comic-Adaption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katia Fouquet: Jonas oder der Künstler bei der Arbeit. Edition Büchergilde, Frankfurt/Main 2013.
  • Jacques Ferrandez: Der Fremde. Jacoby & Stuart, Berlin 2014, ISBN 978-3-942787-21-5

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Albert Camus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Roland H. Auvray: Le livre d’or du football pied-noir et nord-africain. Maroc–Algérie–Tunisie. Presses du Midi, Toulon 1995, ISBN 2-87867-050-7, S. 5; Paul Dietschy/David-Claude Kemo-Keimbou (Ko-Herausgeber: FIFA): Le football et l’Afrique. EPA, o. O. 2008, ISBN 978-2-85120-674-9, S. 98
  2. Marie-Laure Wieacker-Wolff, Albert Camus (2003), S. 65
  3. a b c Marie-Laure Wieacker-Wolff, Albert Camus (2003), S. 66.
  4. Camus über die Feen: Die sympathischsten Feen sind die, die uns am nächsten stehen, die nur so genannt werden. Schwach, unglücklich, der Unruhe immer nah, so wünsche ich sie mir. – Marie-Laure Wieacker-Wolff, Albert Camus (2003), S. 66.
  5. Marie-Laure Wieacker-Wolff, Albert Camus (2003), S. 67
  6. Herbert R. Lottman: Camus Eine Biographie, Hoffmann und Campe 1986, S. 73.
  7. In diesem Zusammenhang stehen auch seine Gedanken zum sogenannten „Pädagogischen Eros“ des Platon, die er in seine zu der Zeit bereits entstehende Diplomarbeit einfließen ließ.
  8. Olivier Todd: Albert Camus – Ein Leben, Rowohlt 2001, S. 66
  9. Marie-Laure Wieacker-Wolff, Albert Camus (2003), S. 69 f.
  10. Marie-Laure Wieacker-Wolff, Albert Camus (2003), S. 70
  11. Der Name Meursault lässt sich deuten als „meurs, sot!“ = „stirb, du Tor!“
  12. http://nobelprize.org/nobel_prizes/literature/laureates/1957/
  13. Iris Radisch: Der Zeitgenosse unserer Träume. In: Die Zeit. 30. Dezember 2009, abgerufen am 14. Januar 2012.
  14. a b Christian Buß: Wurde Albert Camus vom KGB ermordet? In: Spiegel Online. 7. August 2011, abgerufen am 7. August 2011.
  15. a b Dario Fertilio: Il giallo Camus. Una confessione inedita rilancia l’ipotesi del delitto politico. L’ombra del Kgb dietro la sua fine: una vendetta dopo i fatti di Budapest. In: Corriere della Sera. 1. August 2011, abgerufen am 7. August 2011 (italienisch).
  16. Catellis Buch Camus deve morire erschien im Oktober 2013 (Nutrimenti, ISBN 978-8-86594267-3)
  17. Non, je ne suis pas existentialiste, in Les Nouvelles littéraires, 15. November 1945. Exzerpte aus diesem Interview in: A. C., Essais, Bibliothèque de la Pléiade, 1965, S. 1424–1427. In Englisch: „No, I am not an existentialist […] and the one philosophical book I have published, The Myth of Sisyphus was written AGAINST philosophers called existentialists…“. Die Verlage Camus’, z. B. in der engl. Vintage Ausgabe des Sisyphus, versuchen jedoch sachwidrig immer wieder, Camus in seine Nähe zu rücken: „a crucial exposition of existentialist thought“.
  18. Albert Camus: Tagebuch: März 1951 - Dezember 1959. 3. Auflage, Neuausgabe. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg 1993, ISBN 978-3-499-22199-6.
  19. Annemarie Pieper: Die Gegenwart des Absurden. Studien zu Albert Camus. Francke, A, Tübingen 1994, ISBN 978-3-7720-2072-8.
  20. La Peste, colléction folio Gallimard, S. 230f. (Übersetzung von Gert Pinkernell)
  21. Patrick Spät: „Mythen um Camus“, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, 11/2013, S. 119–122, zum Anarchismus Camus' vgl. auch: Lou Marin (Hrsg.): Albert Camus – Libertäre Schriften 1948–1960, Hamburg: Laika Verlag, 2013.
  22. Vgl. A. Camus, L’art dans la communion, in: ders., Œuvres complètes, t. I, 1931–1944, hrsg. v. J. Lévi-Valensi, Paris 2006, S. 960–965.
  23. A. Camus, Carnets. Mai 1935 - décembre 1948, in: ders., Œuvres complètes, Bd. II, 1931–1944, hrsg. v. J. Lévi-Valensi, Paris 2006, S. 994: „Le monde absurde ne reçoit qu’une justification esthétique.“ dt. Albert Camus, Tagebücher 1935-1951, übers. V. G. G. Meister, Reinbek b. Hamburg 1972, S. 246.
  24. Vgl., A. Camus, Le mythe de Sisyphe, in: ders., „Œuvres complètes“, t. II, éd. par J. Lévi-Valensi, u. a., Paris 2006, S. 283–300, dt. Der Mythos des Sisyphos, übers. v. V. v. Wroblewsky, Reinbek b. Hamburg, 2000, S. 123–151
  25. Vgl., A. Camus, L’homme révolté, in: ders., Œuvres complètes, Bd. III, éd. par R. Gay-Crosier, u. a., Paris 2008, S. 278–299, S. 280, dt. Der Mensch in der Revolte, übers. v. J. Streller u. a., Reinbek b. Hamburg, 1969, S. 285–314, hier S. 290.
  26. Francis Jeanson, „Albert Camus ou l’âme révoltée“, in: Les Temps Modernes 79, Paris 1952, S. 2070–2090.
  27. Vgl. dazu das Kapitel über Jean-Paul Sartre und Albert Camus in: Heiner Wittmann, Aesthetics in Sartre and Camus. The Challenge of Freedom, translated by C. Atkinson, Reihe Dialoghi/dialogues. Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs, ed. by Dirk Hoeges, vol. 13, Frankfurt, Berlin, Bern u. a., 2009, S. 141–151.
  28. Heiner Wittmann, Rupert Neudeck (1939–2016) in: Frankreich-Blog, 31. Mai 2016 [1].
  29. Albert Camus, Die Pest (La peste), üb. v. U. Aumüller, Reinbek bei Hamburg 1998, S. 236
  30. Albert Camus, Jonas oder der Künstler bei der Arbeit, in: A. Camus, Jonas oder der Künstler bei der Arbeit, übs. v. G. G. Meister, Reinbek bei Hamburg 1998, S. 214.
  31. Albert Camus, Tagebücher 1935-1952, übers. v. G. G. Meister, Reinbek bei Hamburg 1972, S. 283, Vgl. Heiner Wittmann: Albert Camus. Kunst und Moral, Frankfurt am Main 2002, S. 57–66 und 67–84.
  32. Albert Camus, Tagebuch. März 1951-Dezember 1959, übers. v. G. G. Meister, Reinbek bei Hamburg 1973, S. 141f.
  33. a b Heiner Wittmann: Kunst und Moral. Albert Camus und seine Nobelpreisrede: in: Willi Jung (Hrsg.), Albert Camus oder der glückliche Sisyphos – Albert Camus ou Sisyphe heureux, (Deutschland und Frankreich im wissenschaftlichen Dialog / Le dialogue scientifique franco-allemand), Bonn 2013, ISBN 978-3-8471-0146-8, S. 173–194.
  34. Albert Camus, Rede anläßlich der Entgegennahme des Nobelpreises am 10. Dezember 1957 in Stockholm, in: Albert Camus, Fragen der Zeit, übers. v. G. G. Meister, Reinbek bei Hamburg 1977, S. 224–229.
  35. Albert Camus, Rede anläßlich der Entgegennahme des Nobelpreises am 10. Dezember 1957 in Stockholm, in: Albert Camus, Fragen der Zeit, übers. v. G. G. Meister, Reinbek bei Hamburg 1977, S. 225
  36. Franziska Meier: Die Einzige – neben anderen: Albert Camus’ Geliebte Maria Casarès. Neue Zürcher Zeitung, 11. Januar 2018.
  37. Inhalt: Das Herrenhaus, in dem Camus in L. arbeitete, war zuvor verwahrlost und von Zigeunern bewohnt gewesen. Der neue Besitzer vertreibt die Zigeuner, renoviert und vermietet das Haus an Camus. Auf der Fahrt nach Paris erleidet dieser den tödlichen Unfall.
  38. online-Version
  39. FAZ.net / Jürg Altwegg: Rezension
  40. Der Belagerungszustand. In: Zelluloid.de. Archiviert vom Original am 12. Februar 2013; abgerufen am 4. September 2018.
  41. Klassiker des deutschen Fernsehspiels: Die Gerechten. In: Die Krimihomepage spezial. Abgerufen am 4. September 2018.
  42. Rezension auf Hoerspieltipps.net
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Albert Camus Sämtliche Dramen

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Angebotsende: Dienstag Okt-15-2019 13:05:26 CEST
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Der erste Mensch, Albert Camus

EUR 10,00
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Albert Camus - Kleine Prosa

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Buch: Dramen * von Albert Camus * Zustand: gut * gebraucht

EUR 6,00
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Albert Camus - Gesammelte Erzählungen - 1957

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Albert Camus / The Stranger / 9780679720201

EUR 13,40
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Les Justes - Albert Camus - 9782070364770

EUR 8,84
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L'etranger, Albert Camus

EUR 8,99
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Albert Camus Der erste Mensch, rororo

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La chute, Albert Camus

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La peste. Roman von Albert Camus in italienischer Sprache

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L' etranger | Albert Camus | 9782070360024

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Albert Camus Les Justes

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Albert Camus Der Fremde

EUR 9,00
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Albert Camus: DER GLÜCKLICHE TOD - Roman (rororo Taschenbuch, 1988)

EUR 2,10 (0 Gebote)
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NEU La chute Albert Camus 360109

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Albert Camus - Buch - Hochzeit des Lichts - Heimkehr nach Timpasa - Luchterhand

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NEU L'etranger Albert Camus 360024

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The Stranger, Albert Camus

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Albert Camus. (Nr. 50) Lebesque, Morvan:

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Albert Camus. (Nr. 50) Lebesque, Morvan: 36785

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Albert Camus Unter dem Zeichen der Freiheit

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Die Pest, Albert Camus

EUR 10,00
Angebotsende: Sonntag Sep-29-2019 9:14:46 CEST
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