FORVM, No. 415/416
Juli
1988

Kaiser Hitler

Der Heldenplatz am 15. März 1988. Die Ostmark wird ausgerufen. Auf dem Balkon der Neuen Hofburg steht der Gast aus Berlin, sein Blick fällt direkt auf die beiden Reiterdenkmäler. Vorne reitet Prinz Eugen, mit der Inschrift: „Berater dreier Kaiser.“ Hinten Erzherzog Karl, der Bruder des Kaisers Franz, welcher sowohl der letzte römisch-deutsche Kaiser (Franz II.) als auch der erste österreichische Kaiser (Franz I.) gewesen ist. Macht insgesamt fünf Kaiser. Karl wurde auf den Platz gestellt, weil er den Kaiser Napoleon besiegt hatte. Symbolisch sind also sechs Kaiser anwesend. Rechts sticht ins Auge der Leopoldinische Trakt, natürlich nach einem Kaiser benannt. Neue Hofburg und das Panorama der Ringstraße gehen auf den Kaiser Franz Josef zurück. „Älteste Ostmark“, der Schlüsselbegriff der Rede, erinnert an Karl den Großen. Neun Kaiser, ein überwältigendes Ensemble. In diesem monumentalen Augenblick muß sich der Redner auf dem Balkon als der zehnte Kaiser — und Herr des Okzidents — gefühlt haben.

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