Geboren am: 29. Januar 1941
Jahrgang 1941, Pädagogikstudium in Oldenburg, Tätigkeit als Lehrer bis 1967, dann zweites Studium Pädagogik, Politik und Psychologie in Erlangen-Nürnberg, 1971 Promotion. Seit 1971 Professur an der Universität Bremen: Politische Ökonomie des Ausbildungssektors. Ab März 2006 im Ruhestand.
Bildung der Elite
Lehrende und Lernende mischen sich in die laufende Universitäts-Reform ein — leider zumeist falsch. Lehrende und Lernende beklagen Studiengebühren, Mittelkürzungen, Reglementierungen, Studienzeitverkürzungen, vermehrten Prüfungsdruck, usw. Und immer wieder begründen sie ihre Kritik nicht nur (…)
In den aktuellen Bildungsdiskussionen wird immer wieder auf die Brauchbarkeit oder Verwertbarkeit von Studien hingewiesen. Hier ein kurzes Plädoyer für die in diesen Diskussionen geschmähten „Orchideenstudien“. Die heutige Bildungspolitik ist von Schlagworten der Nützlichkeit, Brauchbarkeit (…)
Freerk Huisken (* 29. Januar 1941 in Eberswalde) ist ein marxistischer Publizist und ehemaliger Hochschullehrer für Politische Ökonomie des Ausbildungswesens am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Universität Bremen. Huisken ist Autor der marxistischen Theoriezeitschrift GegenStandpunkt.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Freerk Huisken wurde als Sohn des Celler Kunstmalers und Lehrers Dirk Huisken (1911–2007) geboren.[1] Nach einem Studium an der Pädagogischen Hochschule Oldenburg, das er 1964 „mit Auszeichnung“ abschloss,[2] arbeitete er bis 1967 als Volksschullehrer. Danach absolvierte er noch ein Studium der Politikwissenschaft und der Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Nach seiner Promotion im Jahre 1971 erhielt er eine Professur für Politische Ökonomie des Ausbildungssektors an der Universität Bremen. Huisken vertrat in seiner Tätigkeit als Hochschullehrer einen Standpunkt, der jedem Menschen ein unbedingtes selbständiges Denken zugesteht. Nicht selten geriet er dabei mit der Universitätsleitung in Konflikt, zuletzt, als er Anfang 2003 aus Anlass des Schulmassakers von Erfurt ein Buch zum Thema Jugendgewalt schrieb und dieses in den Universitätsmedien bekanntmachen wollte. Die Pressestelle lehnte dies ab, da die Thesen des Buches nicht geeignet seien, „zum Ansehen und zur Reputation der Universität“ beizutragen. Auch solidarisierte er sich häufig mit Studenten, die mit der Universitätsleitung in Konflikt gerieten. Freerk Huisken ist mit der Zeitschrift GegenStandpunkt verbunden und vertritt einen marxistischen Standpunkt, der das Denken eines Menschen als immer selbständig und daher jeden Menschen als zur Kritik fähig ansieht. Wie schon beim GegenStandpunkt richtet sich diese Kritik bei Freerk Huisken in der Hauptsache gegen den Kapitalismus.
Im März 2006 trat Huisken in den Ruhestand, er hält jedoch weiterhin Vorträge zur Wissenschaftskritik und zu politischen Themen.
Veröffentlichungen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- mit Elmar Altvater (Hrsg.): Materialien zur politischen Ökonomie des Ausbildungssektors. Politladen, Erlangen 1971, ISBN 3-920531-08-6.
- Zur Kritik bürgerlicher Didaktik und Bildungsökonomie. List, München 1972, ISBN 3-471-61663-2 (zugleich: Dissertation, Universität Erlangen-Nürnberg, 1971 u. d. T. Von der Bildungstheorie zur Bildungsökonomie.).
- Anstiftung zum Unfrieden. Ein destruktives Lesebuch mit konstruktivem Anhang. Verlag Ästhetik und Kommunikation, Berlin 1984, ISBN 3-88245-126-2.
- Ausländerfeinde und Ausländerfreunde. Eine Streitschrift gegen den geächteten wie den geachteten Rassismus. VSA-Verlag, Hamburg 1987, ISBN 3-87975-415-2.
- Die Wissenschaft von der Erziehung. Einführung in die Grundlügen der Pädagogik (= Kritik der Erziehung. Teil 1). VSA-Verlag, Hamburg 1991, ISBN 3-87975-558-2.
- Weder für die Schule noch für’s Leben. Vom unbestreitbaren Nutzen unserer Lehranstalten (= Kritik der Erziehung. Teil 2). VSA-Verlag, Hamburg 1992, ISBN 3-87975-608-2.
- Nichts als Nationalismus. Deutsche Lehren aus Rostock und Mölln – Ein antirassistisches Tagebuch. VSA-Verlag, Hamburg 1993, ISBN 3-87975-631-7. 2. Aufl. u. d. T. Deutsche Lehren aus Rostock und Mölln (= Nichts als Nationalismus. Teil 1). VSA-Verlag, Hamburg 2001, ISBN 3-87975-806-9 (Online [PDF; 778 kB]).
- Jugendgewalt. Der Kult des Selbstbewusstseins und seine unerwünschten Früchtchen. VSA-Verlag, Hamburg 1996, ISBN 3-87975-663-5.
- Erziehung im Kapitalismus. Von den Grundlügen der Pädagogik und dem unbestreitbaren Nutzen der bürgerlichen Lehranstalten. VSA-Verlag, Hamburg 1998, ISBN 3-87975-722-4. Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe 2016, ISBN 978-3-89965-691-6.
- Zur Kritik der Bremer „Hirnforschung“. Hirn determiniert Geist. Fehler, Funktion und Folgen. AStA Universität Bremen, Bremen 2000, ISBN 3-938699-00-0 (Volltext der Neufassung).
- Brandstifter als Feuerwehr. Die Rechtsextremismus-Kampagne (= Nichts als Nationalismus. Teil 2). VSA-Verlag, Hamburg 2001, ISBN 3-87975-805-0 (Online [PDF; 740 kB]).
- z. B. Erfurt. Was das bürgerliche Bildungs- und Einbildungswesen so alles anrichtet. VSA-Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-87975-878-6.
- Der „PISA-Schock“ und seine Bewältigung. Wieviel Dummheit braucht / verträgt die Republik? VSA-Verlag, Hamburg 2005, ISBN 3-89965-160-X.
- Über die Unregierbarkeit des Schulvolks. Rütli-Schulen, Erfurt, Emsdetten usw. VSA-Verlag, Hamburg 2007, ISBN 3-89965-210-X.
- Der demokratische Schoß ist fruchtbar… Das Elend der Kritik am (Neo-)Faschismus. VSA-Verlag, Hamburg 2012, ISBN 978-3-89965-484-4.
- abgehauen, eingelagert, aufgefischt, durchsortiert, abgewehrt, eingebaut. Neue deutsche Flüchtlingspolitik. VSA-Verlag, Hamburg 2016, ISBN 978-3-89965-692-3.
- mit Rolf Gutte: Alles bewältigt, nichts begriffen! Nationalsozialismus im Unterricht. VSA-Verlag, Hamburg 2019, ISBN 978-3-96488-044-4 (zuerst Berlin 1997; unveränderte Neuauflage der Ausgabe von 2007).
- Flüchtlingsgespräche 2015ff. Über demokratische Ausländerfeindlichkeit und völkischen Nationalismus, linke Heimatliebe und weltoffenen Patriotismus. VSA-Verlag, Hamburg 2020, ISBN 978-3-96488-078-9.
- Frieden. Eine Kritik. Aus aktuellem Anlass. VSA-Verlag, Hamburg 2023, ISBN 978-3-96488-193-9.
- Schule, die 5. Gewalt. Die Zurichtung des Nachwuchses für Staat und Kapital. VSA-Verlag, Hamburg 2026, ISBN 978-3-96488-269-1.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Klaus Dammann: Huisken, Freerk. In: Wilhelm Bernsdorf, Horst Knospe (Hrsg.): Internationales Soziologenlexikon. 2., neubearb. Auflage. Band 2: Beiträge über lebende oder nach 1969 verstorbene Soziologen. Enke, Stuttgart 1984, ISBN 3-432-90702-8, S. 378.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über Freerk Huisken im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Website von Freerk Huisken
Videomitschnitte
- Zum Charakter der Warenproduktion, September 2018 (Dauer: 1 Stunde, 33 Minuten)
- Ausbildung im Kapitalismus: Macht die Schule dumm? Vortrag vom 14. Juni 2010 an der Universität Salzburg (Dauer: 1 Stunde, 19 Minuten)
Audiomitschnitte
- Warum eine Wissenschaft von der Erziehung überflüssig ist und weshalb es sie dennoch gibt, Erlangen 2013
- Die Ferien sind vorbei. Was bezweckt und was leistet die Volksbildung im Kapitalismus? (Freerk Huisken zusammen mit Johannes Köper), Bremen 2010
- Die Rolle der Universität im Kapitalismus und der Bologna-Prozess. Über die Freiheit der Wissenschaft und ihren Dienst an Kapital und Staat. 17. November 2009, Uni Wien. Vortrag, Schluss & Diskussion
- Wieso? Weshalb? Warum? Macht die Schule dumm? Zu den fragwürdigen Leistungen des Schulsystems. 16. November 2009, Uni Wien Vortrag & Diskussion.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Michael Ende: Kein Platz für Huiskens Vermächtnis. In: Cellesche Zeitung. 10. Januar 2011, abgerufen am 28. Juni 2026.
- ↑ „Mit Auszeichnung“. In: Nordwest-Zeitung. Nr. 157, 9. Juli 1964, S. 4.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Huisken, Freerk |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Autor und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 29. Januar 1941 |
| GEBURTSORT | Eberswalde |


