Immanuel Birnbaum

Geboren am: 12. August 1894

Gestorben am: 22. März 1982

Geboren 1894 in Königsberg/Pr., studierte Staatswissenschaften in Freiburg, Königsberg und München und war 1919 bis 1927 Chefredakteur in Bremen und Breslau. Von 1927 bis Ende 1952 war Birnbaum Korrespondent deutscher, österreichischer, schweizerischer und skandinavischer Blätter in Warschau (dort insgesamt 15 Jahre vor und nach dern Krieg), ferner in Helsinki, Stockholm und Wien.

Vcröffentlichungen: „Die dritte polnische Rapublik“ (1945 in Schweden), „Kleine Geschichte der Sowjetunion“ (Frankfurt 1960), „Die Tschechoslowakei“ (Hannover 1963).

Beiträge von Immanuel Birnbaum
FORVM, No. 10

Deutschland: eine Zwischenbilanz

Oktober
1954

Die beiden nachfolgenden Aufsätze wollen eine Zwischenbilanz der bisherigen politischen Entwicklung in Deutschland ziehen, der eine vom historischen Standpunkt aus, der andere im Hinblick auf die akute Situation. Die Distanz, die beide Autoren zu ihrem Thema zu halten bemüht sind, ist gerade (…) Sie wollen mehr Texte online lesen?
Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft

FORVM, No. 14

Jugoslawien zwischen den Fronten

Zum Prozeß gegen Djilas und Dedijer
Februar
1955

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FORVM, No. 17

Nicht nachmachen, nur lernen

Deutschland und der Österreichische Staatsvertrag
Mai
1955

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Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft

FORVM, No. 22

Deutsche Ostpolitik, alt und neu

Oktober
1955

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FORVM, No. 34

Die amerikanische Präsidentenwahl

Oktober
1956

Immanuel Birnbaum, außenpolilischer Ressortchef der „Süddeutschen Zeitung“, ist unseren Lesern bereits aus mehreren Beiträgen bekannt („Jugoslawien zwischen den Fronten“, „Deutsche Ostpolitik‚ alt und neu“ u. a.). Er hatte vor kurzem Gelegenheit, auf einer Studienreise durch die Vereinigten (…) Sie wollen mehr Texte online lesen?
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FORVM, No. 36

Kampfobjekt wird zum Tauschobjekt

Dezember
1956

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FORVM, No. 47

Tito am Grenzpunkt

November
1957

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FORVM, No. 54

Tito ist wieder am Zug

Juni
1958

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FORVM, No 67/68

Chruschtschews nächstes Reiseziel

Ein Überblick über die Arbeiterbewegungen in Skandinavien und Finnland
Juli
1959

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FORVM, No. 72

Gomulka bleibt im Sattel

Dezember
1959

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FORVM, No. 76

Kein Ersatz für de Gaulle

April
1960

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FORVM, No. 79/80

Ein Mekka für Neutrale

Jugoslawiens „Dritter Weg“ und die Entwicklungsländer
Juli
1960

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FORVM, No. 86

Umgeschriebene und ungeschriebene Geschichte

Böhmens Vergangenheit in tschechischer und deutscher Sicht
Februar
1961

Als die Vereinigten Staaten vor einiger Zeit in eine neue Briefmarkenserie ihres Landes auch eine Marke mit dem Porträt von Thomas Garrigue Masaryk aufnahmen, erhob die Prager Regierung amtlichen Protest. Sie wollte so wenig vom ersten Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik wissen, daß (…)

FORVM, No. 89

Noch ist Polen nicht gewonnen

Zur Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen
Mai
1961

In der gegenwärtigen Weltpolitik geht es der einen Seite um die Würde des Einzelmenschen im demokratischen Rechtsstaat, der anderen Seite um die Verwirklichung sozialer Heilslehren durch staatlichen Zwang. Doch nicht überall sind die Völker unter diesen Parolen in das eine oder andere Lager (…)

FORVM, No. 90

Noch ist Polen nicht gewonnen (II)

Zur Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen
Juni
1961

Auf beiden Seiten gab es Bemühungen zur Milderung der Gegensätze. Aktivster Vertreter einer solchen Politik war der aus der Sozialdemokratie hervorgegangene Warschauer deutsche Gesandte Ulrich Rauscher, welcher Ende der Zwanzigerjahre zwei große Vertragswerke mit der damaligen polnischen (…)

FORVM, No. 94

Kein Brückenschlag in Belgrad

Ergebnisse und Versäumnisse der Neutralisten-Konferenz
Oktober
1961

Es war nicht nur eine ungewöhnliche Schau, zu der sich ein Kaiser, zwei Könige, mehrere Prinzregenten, eine Anzahl kommunistischer, nationalistischer und anderer Diktatoren samt einer großen Zahl von Ministern in Belgrad eingefunden hatten. Das politische Gewicht dieser Tagung ergab sich daraus, (…)

FORVM, No. 96

Neutralität mit Nuancen

Finnland nach der Reise Kekkonens
Dezember
1961

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FORVM, No. 142

In Westdeutschland nichts Neues

Oktober
1965

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Immanuel Birnbaum (* 12. August 1894 in Königsberg, Ostpreußen; † 22. März 1982 in München) war ein deutscher Journalist und Publizist.

Immanuel Birnbaum war ein Sohn des Oberkantors Edward Birnbaum (1855–1920) und der Ida Klein (1867–1922). Sein Bruder wurde als polnischer Widerstandskämpfer 1942 von den Deutschen erschossen, seiner Schwester gelang die Flucht. Die Familie hatte die österreichische Staatsbürgerschaft und ab 1904 die preußische und deutsche. Birnbaum wurde 1940 aus dem Deutschen Reich ausgebürgert; er erhielt 1947 die österreichische und 1955 erneut die deutsche Staatsbürgerschaft.

Er studierte von 1912 bis 1919 – unterbrochen durch die zeitweilige Teilnahme am Ersten Weltkrieg – Rechtswissenschaften und Philosophie in Freiburg, Königsberg und München. Nach dem Ende des Krieges war Birnbaum in München als Sprecher der nichtkorporierten Studenten an der Gründung des dortigen Allgemeinen Studentenausschusses (AStA) im November 1918 und wenig später auch an der des Dachverbandes Deutsche Studentenschaft führend beteiligt.

Nach dem Studium arbeitete das SPD-Mitglied (seit 1917) Birnbaum als Journalist. 1919 begann er hauptberuflich für SPD-Parteizeitungen zu schreiben, zunächst als Politikredakteur der Münchener Post. Nach einigen Monaten wechselte er nach Bremen und wurde leitender Redakteur des kurzlebigen Bremer Volksblatts; 1920 wurde er als Nachfolger des SPD-Politikers Paul Löbe als Chefredakteur der Breslauer Volkswacht berufen.[1]

Er lebte seit 1927 als Korrespondent für verschiedene deutschsprachige Zeitungen in Warschau. Er war Korrespondent des Ullstein-Nachrichtendienstes, der Presseagentur des großen Berliner Medienkonzerns, wobei er hauptsächlich für die Vossische Zeitung berichtete und kommentierte. Als der Ullstein-Verlag 1933 dem Druck der Hitler-Regierung nachgab und auf die nationalsozialistische Linie einschwenkte, kündigte Birnbaum. Er schrieb nun vorrangig für deutschsprachige Zeitungen in Osteuropa, außerdem zwei Jahre lang für die Frankfurter Zeitung, der das Regime etwas mehr redaktionellen Spielraum einräumte. 1935 musste Birnbaum aufgrund seiner jüdischen Herkunft die Tätigkeit für das Frankfurter Blatt einstellen.[2]

In Warschau unterhielt er nach 1933 auch Verbindungen zur Exil-SPD (Sopade) und zu polnischen Widerstandskreisen. Nach dem deutschen Einmarsch in Polen emigrierte er 1939 über Lettland zunächst nach Finnland und später Schweden, wo er von 1940 bis 1943 wegen illegaler Widerstandsarbeit interniert wurde. 1946 kehrte er zunächst als Presseattaché der österreichischen Gesandtschaft nach Warschau zurück, wurde von dort aber 1949 ausgewiesen und übersiedelte nach Wien, wo er wieder als Korrespondent für mehrere Zeitungen, darunter die Süddeutsche Zeitung in München, tätig war.

Von 1953 bis 1972 leitete Birnbaum schließlich das Ressort Außenpolitik der Süddeutschen Zeitung; von 1960 bis 1976 war er dort zudem stellvertretender Chefredakteur. In dieser Zeit galt er als scharfsinniger Vordenker einer auf Verständigung zielenden „Neuen Ostpolitik“. Für sein journalistisches und politisches Wirken wurde er mehrfach ausgezeichnet.

Birnbaum heiratete 1923 Lucia Richter (1900–1945). Sie hatten zwei Kinder, darunter den Zeithistoriker und Politikwissenschaftler Karl E. Birnbaum. 1949 heiratete er die Bibliothekarin Lydia Alicja Orszanowska (1927–2006), mit der er ebenfalls zwei Kinder hatte. Der jüngste Sohn Michael Birnbaum war ebenfalls Journalist und bei der Süddeutschen Zeitung unter anderem Afrika-Korrespondent. Der schwedische Kurator Daniel Birnbaum ist ein Enkel Birnbaums. Er veröffentlichte 2018 die fiktionale Biografie Dr. B. über dessen Flucht aus dem nationalsozialistischen Deutschland und die Exiljahre in Schweden.

Birnbaums Nachlass wird im Institut für Zeitungsforschung in Dortmund bewahrt.[3]

Schriften (Auswahl)

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  • Die Entstehung der studentischen Selbstverwaltung in Deutschland 1918/19. In: Victor-Emanuel Preusker (Hrsg.): Festschrift für Hermann Wandersleb zur Vollendung des 75. Lebensjahres. Bonn 1970, S. 37–48.
  • Achtzig Jahre dabeigewesen. Erinnerungen eines Journalisten. München : Süddeutscher Verlag, o. J. (1974)
  • Munzinger Internationales Biographisches Archiv. 31/1982 vom 26. Juli 1982.
  • Joseph Walk (Hrsg.), Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918–1945. Hrsg. vom Leo Baeck Institute, Jerusalem, Saur, München 1988, ISBN 3-598-10477-4.
  • Wilhelm Sternfeld, Eva Tiedemann: Deutsche Exilliteratur 1933–1945. Eine Bio-Bibliographie. Vorwort von Hanns Wilhelm Eppelsheimer, Schneider, Heidelberg/Darmstadt, 1962.
  • Birnbaum, Immanuel. In: Lexikon deutsch-jüdischer Autoren. Band 3: Birk–Braun. Hrsg. vom Archiv Bibliographia Judaica. Saur, München 1995, ISBN 3-598-22683-7, S. 10–19.
  • Birnbaum, Immanuel, in: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. Saur, München 1980, S. 65 f.
  • Klaus G. Saur: Birnbaum, Immanuel. In: Karin Peter, Gabriele Bartelt-Kircher, Anita Schröder (Hrsg.): Zeitungen und andere Drucksachen. Die Bestände des Dortmunder Instituts für Zeitungsforschung als Quelle und Gegenstand der Forschung. Klartext-Verlag, Essen 2014, ISBN 978-3-8375-1015-7, S. 444.
  • Peter Glotz: Der weiße Elefant. SZ-Serie: Aufmacher (XIII) - Immanuel Birnbaum, kultureller Zwischenträger. Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010. (Volltext auf sueddeutsche.de)

Einzelnachweise

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  1. mmanuel Birnbaum: Achtzig Jahre dabei gewesen. München 1977, S. 84, 86 ff., 94 ff.
  2. Immanuel Birnbaum: Achtzig Jahre dabei gewesen. München 1977, S. 103, 129–130.
  3. Journalistische Nachlässe im Institut für Zeitungsforschung | dortmund.de. Abgerufen am 2. Juli 2026 (deutsch). 
  4. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF-Datei; 6,59 MB)