Josef Haslinger

Literat, lebt in Wien.

Beiträge von Josef Haslinger
FORVM, No. 433-435

Weihnachtsbananen für Bratislava

■  Josef Haslinger
März
1990

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Context XXI, ZOOM 4+5/1997

Zivildiener in der Ausländerintegration

Ein Projektentwurf
■  Josef Haslinger
Juni
1997

Idee Zivildiener sollen in benachteiligten und unterentwickelten Wohngegenden zu Sozial- und Hilfsdiensten aller Art herangezogen werden. Dies kann von körperlichen Hilfsdiensten bei der Sanierung einer Wohngegend mit deutlichen Verslumungserscheinungen bis zur individuellen Lernhilfe für ein (...)

Beiträge zu Josef Haslinger
Context XXI, Heft 4-5/2006

Der Konflikt um die Ehrenbürgerschaft der NS-Denunziantin Margarethe Pausinger

März
2006

Margarethe Brunner wurde 1880 in Weyer an der Enns geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in Tamsweg im Lungau. Nach ihrer Heirat mit dem Arzt Dr. (von) Pausinger lebte sie in Lambach. Als Kunstmalerin verschrieb sie sich dem Naturalismus, absolvierte eine akademische Ausbildung und war vor (...)

Josef Haslinger (2018)

Josef Haslinger (* 5. Juli 1955 in Zwettl, Niederösterreich) ist ein österreichischer Schriftsteller. Er war von Mai 2013 bis April 2017 Präsident des PEN-Zentrums Deutschland.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Josef Haslinger wurde im niederösterreichischen Waldviertel geboren und wuchs in Groß Meinharts bei Groß Gerungs auf. Er war Sängerknabe an der Schule des Zisterzienserklosters Zwettl und besuchte dann ab 1969 das Gymnasium in Horn, wo er 1973 die Matura ablegte.[1] In Wien studierte er Philosophie, Theaterwissenschaften und Germanistik und promovierte 1980 über Die Ästhetik des Novalis. Mit Gustav Ernst gab Haslinger ab 1977 die literarische Zeitschrift Wespennest heraus. In den 1980er Jahren war er jahrelang Generalsekretär der Grazer Autorenversammlung, der größten Schriftstellervereinigung Österreichs. 1983/84 war er Lehrbeauftragter an der Universität Kassel.

In seinen Arbeiten übt Haslinger Gesellschaftskritik und thematisiert den Umgang mit der Geschichte des Landes Österreich. Seine sozialkritischen Analysen transportiert er in einer differenzierten und prägnanten Erzählweise. 1992 begründete Josef Haslinger die Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch mit, deren erster Vorsitzender er gemeinsam mit Willi Resetarits bis 1993 war.

Haslinger lehrt seit 1996 Literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Als Mitglied der Leitungsebene war er mehrmals Direktor des Instituts der Universität Leipzig.

Josef Haslinger beim Ubud Writers & Readers Festival 2012

Haslinger ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland und war ab Mai 2013 für zwei Jahre dessen Präsident.[2] Er wurde im Mai 2015 als Vorsitzender bestätigt;[3] im April 2017 kündigte er an, nicht erneut zur Verfügung zu stehen.[4] Seine Nachfolgerin wurde Regula Venske.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein 1995 erschienener Politthriller Opernball, bei dem ein terroristischer Anschlag auf den Wiener Opernball aus unterschiedlichen Sichten geschildert wird, machte ihn über die Grenzen Österreichs bekannt.[5] 1998 entstand aus dem Buch ein dreistündiger Fernsehfilm mit internationaler Besetzung: Opernball – Die Opfer/Die Täter. Im Jahr 2019 wurde eine Bühnenfassung des Romans unter der Regie von Alexander Charim mit nur sechs Schauspielern auf der Spielstätte Volx/Margareten des Wiener Volkstheaters inszeniert.[6] Josef Haslinger zeigt sich „sehr angetan von dem Ganzen“.[7]

In seinem 2007 erschienenen Werk Phi Phi Island verarbeitete Haslinger seine Erlebnisse während des Thailand-Urlaubs seiner Familie über Weihnachten 2004. Haslinger, seine Frau Edith sowie die Kinder Sophie und Elias erlebten auf Phi Phi Island den Tsunami hautnah. Nur mit viel Glück überlebten alle Familienmitglieder die Naturkatastrophe.

In dem 2020 erschienen Werk Mein Fall berichtet Josef Haslinger von dem ihm als Kind im Sängerknabenkonvikt des Stiftes Zwettl widerfahrenen sexuellen Missbrauchs durch drei Pädagogen. Haslinger beschreibt darin sowohl die Übergriffe als auch seine Anstrengungen den Fall bei der „Unabhängigen Opferschutzkommission“ der österreichischen Bischofskonferenz vorzutragen.[8]

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prosa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Konviktskaktus und andere Erzählungen. Athenaeum Verlag, Bodenheim 1982, ISBN 978-3761005682
  • Die plötzlichen Geschenke des Himmels. Was uns Pater G. in der Religionsstunde alles anvertraute. Eine Erzählung. 1983, zuerst in: profil, 15, 1995
  • Hugo Sonnenschein. 1984
  • Der Tod des Kleinhäuslers Ignaz Hajek. Novelle. 1985
  • Opernball. 1995
  • Das Vaterspiel. 2000
  • Zugvögel. Erzählungen. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-10-030057-2.
  • Phi Phi Island. Ein Bericht. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-030059-1.
  • Jáchymov. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-10-030061-4. (Romanhafte Biografie des Eishockeytorwarts Bohumil Modrý)
  • Child in Time. Ein literarisches Bilderbuch über die Zumutungen des Jungseins. Fotografisch eingerichtet von Maix Mayer. Faber & Faber, Leipzig 2019, ISBN 978-3-867301-37-4
  • Mein Fall, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2020, ISBN 978-3-10-030058-4.

Performance, Hörspiel, Rap[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

amerika. ein reiseepos. (Erzählung auch in: Zugvögel). Haslinger liest und rapt in Begleitung von den Posaunisten Bertl Mütter und Werner Puntigam. Schallplatte 1993, später auch als CD,. Produziert vom hr2.

Literaturwissenschaft, Essays[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herausgebertätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nachtasyl – Die Heimat der Heimatlosen, Dokumentarfilm, 2010[12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Austria Forum: Biografie Haslinger Josef, abgerufen am 24. Januar 2020
  2. Schriftstellerverband: Josef Haslinger ist neuer PEN-Präsident, Spiegel Online, 3. Mai 2013
  3. PEN-Zentrum Deutschland bestätigt Leitung für weitere zwei Jahre, Deutschlandradio Kultur vom 8. Mai 2015
  4. Josef Haslinger – Warum der PEN-Präsident nicht weitermacht, deutschlandradiokultur.de, 20. April 2017, abgerufen am 23. April 2017
  5. Morten Freidel: Feind des Machtgeplänkels. Dem Schriftsteller Josef Haslinger zum Sechzigsten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 4. Juli 2015, S. 11.
  6. Opernball. In: volkstheater.at. Abgerufen am 7. Februar 2020.
  7. Josef Haslingers „Opernball“ uraufgeführt „Das passt auf eine merkwürdige Weise in unsere Zeit“, Deutschlandfunk Kultur vom 17. März 2019, abgerufen 19. März 2019
  8. Josef Haslinger “Mein Fall”. In: Website Ö1. 24. Januar 2020, abgerufen am 7. Februar 2020.
  9. Josef Haslinger wird Mainzer Stadtschreiber (Memento vom 4. April 2012 im Internet Archive), KleineZeitung.at, 9. November 2009
  10. Josef Haslinger wird Mainzer Stadtschreiber nq-online.de, 9. November 2009
  11. opus5 interaktive medien gmbh, http://www.opus5.de: S. Fischer Verlage - Zuflucht in Deutschland (Taschenbuch). Abgerufen am 13. November 2017.
  12. "Nachtasyl – Die Heimat der Heimatlosen", ard.de, 23. Dezember 2010