Lotte Tobisch-Labotýn
Beiträge von Lotte Tobisch-Labotýn
Context XXI, Heft 1-2/2005

Zum Geleit

Er geht mir ab, und je älter ich werde, desto mehr
■  Lotte Tobisch-Labotýn
Mai
2005

Es war bei einer Einladung im Frühjahr 1962, als ich ihn zum ersten Male traf. In der Wohnung des ehemaligen Burgtheaterdirektors Josef Gie­len, dem Schwager des Pianisten Eduard Steuermann, bei dem der junge Adorno im Jahre 1925 in Wien sein Klavierspiel perfektionierte, während er zur gleichen (...)

Beiträge zu Lotte Tobisch-Labotýn
Context XXI, Jahr 2005

Der private Briefwechsel Theodor W. Adorno/Lotte Tobisch

Februar
2005

Das Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog lädt in Zusammenarbeit mit Context XXI und dem Republikanischen Club Neues Österreich zur Lesung von Lotte Tobisch und Wolfgang Gasser. Nach einer Idee der Zeitschrift Context XXI. Lotte Tobisch-Labotyn Geboren in Wien. Ab 1943 (...)

Café Critique, Jahr 2006

Befreite Gesellschaft und Israel

Zum Verhältnis von Kritischer Theorie und Zionismus
 
2006

Kritische Theorie ist das Gegenteil von linker Gesinnung. Rekapituliert man, was in den letzten vierzig Jahren so alles unter „die Linke“ firmierte und damit einen Anspruch darauf anmeldete, Teil einer umfassenden Emanzipationsbewegung zu sein, läßt sich in der Rückschau die Tatsache, daß die (...)

Café Critique, Jahr 2008
Konferenzbericht

Die iranische Bedrohung

Die Islamische Republik, Israels Existenzkampf und die europäischen Reaktionen
Mai
2008

Am 3. und 4. Mai fand an der Universität Wien die internationale Konferenz Die iranische Bedrohung — Die Islamische Republik, Israels Existenzkampf und die europäischen Reaktionen statt. Die Konferenz war an beiden Tagen gut besucht. Der Eröffnung und dem ersten daran anschließenden Round table (...)

Lotte Tobisch (2008)

Charlotte „Lotte“ Tobisch-Labotýn (* 28. März 1926 in Wien; † 19. Oktober 2019 in Baden[1]), war eine österreichische Managerin, Schauspielerin und Autorin. Sie galt als Grande Dame der Wiener Society[2][3] und als Inbegriff der eleganten Wiener Salondame.[4]

Große Bekanntheit erlangte sie als Organisatorin des Wiener Opernballs, den sie von 1981 bis 1996 leitete. Zuletzt war sie u. a. als Präsidentin des Vereins Künstler helfen Künstlern[5] in Baden (Niederösterreich) tätig und trat auch gelegentlich in Fernsehsendungen auf.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lotte Tobisch-Labotýn wurde 1926 in Wien als Tochter des Architekten Karl Tobisch-Labotýn (1897–1977) und dessen Ehefrau Nora Anna Josefine Maria Krassl von Traissenegg (1906–2002) geboren, und zwar im Sanatorium Auersperg. Ihr Großvater Karl Anton Josef Tobisch (1860–1932) war Präsident des Landesschulrates von Böhmen und Mähren und wurde 1912 als Ritter Tobisch von Labotýn in den erblichen österreichischen Ritterstand erhoben. Als 1919 in Österreich die Aufhebung des Adels beschlossen wurde, betraf dies auch die Familie Tobisch von Labotýn.

Ihr Stiefvater war Gustav David Lederer (1878–1951);[6] ihre Tante Margarete (1901–1991) war in zweiter Ehe mit Karl Steinhoff, Innenminister der DDR, verheiratet.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie genoss eine Ausbildung an gehobenen Schulen, wie im Schloss Marquartstein in Oberbayern oder im Wiener Gymnasium Sacre Coeur.[7] Sie absolvierte eine Ausbildung am Franz Schubert Konservatorium.[8] Während die Familie gegen Kriegsende nach Bayern floh, blieb Tobisch allein in Wien, wo sie den 37 Jahre älteren Erhard Buschbeck kennenlernte. Mit ihm ging sie eine Beziehung ein, die bis zu seinem Tod 1960 andauerte. 2013 sagte sie dazu: ... dass ich ausgebüchst bin mit dem Erhard Buschbeck, das war ein Skandal ohnegleichen in meiner Familie.[9] Später lebte sie bis zu dessen Tod mit Michael Simon zusammen, 1963 bis 1967 israelischer Botschafter in Wien.[10]

Als Schauspielerin war sie Schülerin von Raoul Aslan und gab ein frühes Debüt am Wiener Burgtheater, danach auch am Wiener Volkstheater sowie am Theater in der Josefstadt. Im Jahr 1986 erhielt Lotte Tobisch den Ehrenring des Burgtheaters. Aber auch als Filmschauspielerin war sie tätig. So spielte sie unter Georg Wilhelm Pabst die Rolle von Eva Braun im Film Der letzte Akt. Am Burgtheater war sie auch als künstlerischer Betriebsrat tätig. Der breiten Öffentlichkeit ist Lotte Tobisch vor allem als Organisatorin des Wiener Opernballs bekannt, den sie von 1981 bis 1996 leitete.

Unter Wissenschaftsminister Rudolf Scholten, der 1990 bis 1997 amtierte, wurde ihr 1996 die Berufsbezeichnung Professor verliehen.[11] Über mehrere Jahre führte Tobisch einen Briefwechsel mit dem Philosophen und Soziologen Theodor W. Adorno, der 2003 in Buchform veröffentlicht wurde.

Am 1. Oktober 2007 wurde Tobisch im Wiener Rathaus von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold verliehen.[12] In den letzten Jahren engagierte sie sich verstärkt für soziale Projekte, unter anderem die Aktion Künstler helfen Künstlern und die Österreichische Alzheimer-Liga.

Bei der Nationalratswahl in Österreich 2017 unterstützte sie die Kandidatur der NEOS.[13] Bei der Landtagswahl in Niederösterreich 2018 unterstützte sie im Wahlkampf die Volkspartei Niederösterreich, insbesondere die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.[14]

Lotte Tobisch (2013)

Ab 1951 lebte sie am Opernring.[15] Sie starb am 19. Oktober 2019 im Alter von 93 Jahren im Künstlerheim in Baden bei Wien.[16]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lotte Tobisch – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chronik: Lotte Tobisch ist tot. In: wien.ORF.at. 19. Oktober 2019, abgerufen am 19. Oktober 2019.
  2. Opernball-Grande-Dame und Burgschauspielerin Lotte Tobisch gestorben – derStandard.at. Abgerufen am 21. Oktober 2019 (österreichisches Deutsch).
  3. diepresse.com: Opernball-Grande-Dame Lotte Tobisch 93-jährig gestorben. Abgerufen am 21. Oktober 2019.
  4. GESUND + LEBEN: Wiens eleganteste Salondame wird 85. Abgerufen am 2. November 2019.
  5. Künstlerheim Baden – Künstler helfen Künstlern – Hilde Wagener Heim. Abgerufen am 16. Oktober 2018 (deutsch).
  6. Meysels, L.O.: Die Welt der Lotte Tobisch. Edition Va Bene, 2002, ISBN 978-3-85167-120-9 (google.at).
  7. Lotte Tobisch feiert 85. Geburtstag auf ORF vom 28. März 2011
  8. Absolventen/Innen des FSK. In: Franz Schubert Konservatorium – Wien. Abgerufen am 20. Oktober 2019.
  9. Interview mit Lotte Tobisch in der Presse vom 7. Dezember 2013 abgerufen am 11. Jänner 2014
  10. news networld Internetservice GmbH: "Was war mei Leistung?" 28. März 2016, abgerufen am 27. Oktober 2019.
  11. Die Welt der Lotte Tobisch Seite 190 abgerufen am 5. September 2010
  12. Weblink: http://www.wien.gv.at/vtx/vtx-rk-xlink?SEITE=020071001025
  13. Lotte Tobisch in Personenkomitee für NEOS. In: news.ORF.at. 22. September 2017 (orf.at [abgerufen am 16. Oktober 2018]).
  14. Volkspartei Niederösterreich: Lotte Tobisch über Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. 11. Januar 2018, abgerufen am 16. Oktober 2018.
  15. Kultur heute: Ringstraßen-Trilogie, ORF III, 10. März 2015, 19:50 („Seit 64 Jahren …“)
  16. Opernball-Grande-Dame und Burgschauspielerin Lotte Tobisch gestorben auf derstandard.de, abgerufen am 19. Oktober 2019
  17. a b c Lotte Tobisch, "Dame von Welt", erhielt Goldene Ehrenmedaille vom 1. Oktober 2010 abgerufen am 11. Jänner 2014
  18. Amalthea – Auf den Punkt gebracht. Abgerufen am 22. März 2019 (deutsch).