Tina Leisch

Tina Leisch ist Film- und Textarbeiterin.

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Tina Leisch
Beiträge von Tina Leisch
Context XXI, Heft 3-4/2000

Alltagspraxis statt Adorno

■  Tina Leisch
Juni
2000

Das Rennen ist heute besonders spannend, brumbrum, nachdem drei der Postmodernen in der Haarnadelkurve aus der Bahn geflogen sind, sehen sie hier den unerwarteten Boxenstop einer heute eher enttäuschenden Werttheorie. Brumm, brumm. Werttheorie schafft es bis in die Endrunden, muß sich auf jeden (...)

Context XXI, Heft 5/2000

Unser schönes Kärnten

■  Tina Leisch
September
2000

Im Kernland der FPÖ soll eine „Kulturkarawane gegen Rechts“ politischen Protest ins Land bringen. Blaue Seen, hübsche Berge, malerische Bergbäuerinnen, die kurz vor dem ökonomischen Kollaps noch ein paar Steilhänge mit der Sense mähen, Blondinenwahl im Seehotel, romantische Autobahntrassen über die (...)

Beiträge zu Tina Leisch
Context XXI, Heft 7/2002

Mitleid für Hitler

Der überwältigende Erfolg von Georges Taboris Mein Kampf in der Meldemannstraße
Dezember
2002

Mit den Farcen von George Tabori verhält es sich wie mit der Dreigroschenoper von Brecht und Weill. Ihr Erfolg beim Publikum überwältigt sie – für jede ihrer Inszenierungen aber ist entscheidend, was sie der Überwältigung entgegensetzen kann. Der Ort, den sich die jüngste Aufführung von Taboris Mein (...)

Context XXI, Heft 8/2002 — 1/2003

Das ist keine Farce

Ein Redaktionsgespräch
März
2003

Nachdem Hannah Fröhlich letzten Herbst eine kritische Besprechung der Kramar/Leisch-Inszenierung von „Mein Kampf“ veröffentlicht hat, kommt es in der Redaktion des Augustin zu einem handfesten Konflikt, in dem sich Hannah massiv in ihrer jüdischen Identität angegriffen fühlt. In einem längerfristigen (...)

Augustine „Tina“ Leisch (* 1964 in München) ist eine Regisseurin, Journalistin und politische Aktivistin, die in Österreich lebt. Sie selbst beschreibt sich als „Text-, Film- und Theaterarbeiterin“.[1]

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tina Leisch lebt und arbeitet seit Anfang der 1990er Jahre hauptsächlich in Österreich. Über ihr früheres Leben ist wenig bekannt. In den 1980er Jahren lebte sie nach eigenen Angaben in El Salvador, wo sie während des Bürgerkriegs für die Befreiungsbewegung (Movimiento Popular) arbeitete.[2]

Sie gehörte zu den politisch linken Aktivisten, die 1994 in Wien-Favoriten das Volxtheater Favoriten gründeten. Zusammen mit dem Volxtheater beteiligte sie sich im Jahr 2000 an der „Kulturkarawane gegen rechts“ durch Kärnten. Zwischenzeitlich war sie Kustodin im Museum Peršmanhof (Museum des anfaschistischen Widerstandes in Kärnten), das im ehemaligen Peršmanhof in Bad Eisenkappel (slow. Železna Kapla-Bela) eingerichtet wurde und die Geschichte der Kärntner Slowenen während des Nationalsozialismus thematisiert. Von 2001 bis 2004 war sie Obfrau des von ihr mitgegründeten Društvo/Verein Peršman, des Trägervereins des Museums, und der Gedenkstätte Peršmanhof.[1]

Im Jahr 2002 inszenierte Leisch zusammen mit Hubsi Kramar das Theaterstück Mein Kampf von George Tabori. Die Inszenierung, die im Männerwohnheim Meldemannstraße in Wien zur Aufführung kam, wurde mit dem Nestroy-Theaterpreis ausgezeichnet. 2003 schrieb und inszenierte sie für das oberösterreichische Festival der Regionen das Theaterstück Elf Seelen für einen Ochsen – enajst dus za enega vola, in dem es dokumentarisch um das in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkriegs von den Nationalsozialisten verübte Massaker am Peršmanhof geht.[1]

Im Jahr 2004 erarbeitete sie gemeinsam mit Patienten des Otto-Wagner-Spitals in Wien das Stück Irrgelichter im Spiegelgrund. Eine Desinfektion. Thema des Stückes war die nationalsozialistische Vergangenheit des Krankenhauses, in dem unter dem damaligen Namen Spiegelgrund behinderte Kinder ermordet wurden.

Als Journalistin schreibt Tina Leisch regelmäßig für die österreichischen Zeitschriften Augustin, Volksstimme, Kulturrisse und Malmoe sowie für die in Berlin erscheinende Jungle World.

Unter dem Titel Die schweigende Mehrheit sagt JA initiierte Leisch mit dem Schauspieler Bernhard Dechant und weiteren Aktivisten und Künstlern – darunter die Sängerin Gustav, die Schauspieler Claudia Kottal, Pippa Galli und Nikolaus Habjan, die Regisseure Nina C. Gabriel und Markus Kupferblum, sowie die Autoren Eva Schörkhuber und Alma Hadžibeganović – im Juli 2015 eine Dauermahnwache „für eine humanere Flüchtlingspolitik“ vor der Wiener Staatsoper.[3][4]

Tina Leisch lebte Anfang der 2000er Jahre zeitweilig in Bad Eisenkappel in Kärnten.[5] Inzwischen lebt und arbeitet sie wieder in Wien.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999: Vergiß Europa! Ein Weiß-Schwarzfilm
  • 2003: riefenstahlremix
  • 2008: Gangster Girls
  • 2010: Dagegen muss ich etwas tun. Portrait der Widerstandskämpferin Hilde Zimmermann[6]
  • 2013: Roque Dalton. ¡Fusilemos la noche! Let's shoot the night! Erschießen wir die Nacht! – Dokumentarfilm über den bedeutendsten Dichter El Salvadors, Roque Dalton
  • 2015: Nur die Toten kehren heim. Einblicke in den kurdischen Widerstand in der Türkei (zusammen mit Ali Can)
  • 2015: Tanz und gib ihm!

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Was kommt nach dem Dritten Reich? → Kurzbiographien → Augustine Leisch (Memento vom 13. September 2003 im Internet Archive) beim Arbeitskreis Offene Kanäle Österreich vom März 2003.
  2. Josep Pérez: Tina Leisch rekonstruiert filmisch das Leben des Poeten und Revolutionärs Roque Dalton. In: culturalatina.at. 11. März 2016, abgerufen am 11. März 2016.
  3. Tina Leisch: Die schweigende Mehrheit sagt JA! In: schweigendemehrheit.at (Website der Initiative). 25. Juli 2015, abgerufen am 11. März 2016 (Pressemitteilung).
  4. (red.): Asyl: Demo und Mahnwache „bis sich etwas ändert“. In: diepresse.com. 25. Juli 2015, abgerufen am 11. März 2016.
  5. Ljubomir Bratić (Hrsg.): Landschaften der Tat. Vermessung, Transformationen und Ambivalenzen des Antirassismus in Europa. Sozaktiv, St. Pölten 2002, ISBN 3-901847-06-5.
  6. Dagegen muss ich etwas tun. In: sixpackfilm.com. 16. April 2010, abgerufen am 11. März 2016.
Tina Leisch bei

Ohne Titel