Deutsche Demokratische Republik (DDR)
Beiträge
FORVM, No. 90

Noch ist Polen nicht gewonnen (II)

Zur Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen
Juni
1961

Auf beiden Seiten gab es Bemühungen zur Milderung der Gegensätze. Aktivster Vertreter einer solchen Politik war der aus der Sozialdemokratie hervorgegangene Warschauer deutsche Gesandte Ulrich Rauscher, welcher Ende der Zwanzigerjahre zwei große Vertragswerke mit der damaligen polnischen (…)

FORVM, No. 94

Heim nach Tübingen

Zur Übersiedlung Ernst Blochs in den Westen
Oktober
1961

Eine Szene von solcher Symbolkraft, daß man meint, Herbert Eulenberg habe sie für seine „Schattenbilder“ erfunden, aber sie ist dokumentiert: Hegel, Schelling und Hölderlin, drei studierende Jünglinge aus der Schule des Tübinger „Stiftes“, reichen einander unter einem Baum, nahe der (…)

FORVM, No. 94

Kein Brückenschlag in Belgrad

Ergebnisse und Versäumnisse der Neutralisten-Konferenz
Oktober
1961

Es war nicht nur eine ungewöhnliche Schau, zu der sich ein Kaiser, zwei Könige, mehrere Prinzregenten, eine Anzahl kommunistischer, nationalistischer und anderer Diktatoren samt einer großen Zahl von Ministern in Belgrad eingefunden hatten. Das politische Gewicht dieser Tagung ergab sich daraus, (…)

FORVM, No. 95

Klassenkampf im Bezirksgericht

Zur Rechtsanwendung in der Sowjetzone Deutschlands
November
1961

„Das sozialistische Recht ist der zum Gesetz erhobene Wille der Arbeiterklasse, die im Bündnis mit den werktätigen Bauern und den anderen werktätigen Schichten der Bevölkerung die Macht ausübt“, erklärte der Erste Sekretär der sowjetzonalen Staatspartei auf dem V. Parteitag der SED im Juli 1958 (…)

FORVM, No. 208/I/II

Antikommunismus statt Politik

März
1971

Leider kranken die Bundesdeutschen immer noch daran, daß sie den von den Nazis initiierten Verfolgungswahn gegenüber Juden und Kommunisten nicht von innen heraus überwunden haben. Bei vielen ist rational nicht erklärbarer Antikommunismus an Stelle antisemitischer Vorurteile getreten. Für solche (…)

FORVM, No. 223

Verstaatlichung in der DDR

Juli
1972

Von Februar bis April dieses Jahres wurden zahlreiche private und halbstaatliche Industriebetriebe in der DDR in Volkseigentum übergeführt. Um diese Maßnahmen in ihrem Zusammenhang mit der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung der DDR sehen und einordnen zu können, muß der Aufbau (…)

FORVM, No. 257/258

Kritik der Planwirtschaft

Bürokratie und Arbeiterwiderstand in der DDR
Mai
1975

Die Arbeitswirklichkeit in den sozialistischen Ländern Osteuropas unterscheidet sich kaum von der des kapitalistischen Westens, nur die Bezeichnungen sind anders. Das zeigt nicht nur der jüngste Erfahrungsbericht von Miklós Haraszti aus Budapest (siehe die Rezension in diesem Heft), sondern auch (…)

Wurzelwerk, Wurzelwerk 24

Leben in Frieden = Friede mit der Natur

Interview mit Roland Jahn
Oktober
1983

Roland Jahn wurde 1953 in Jena (DDR) geboren (Vater: wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Zeiss, Mutter: Buchhalterin), wo er auch die „Johannes R. Becher“-Oberschule besuchte. Nach Ableistung seines Militärdienstes 1972 bis 1974 begann er im Herbst 1975 das Studium der Wirtschaftswissenschaften (…)

FORVM, No. 430/431

Bombengeschäfte

November
1989

Noricum, Europa und die österreichische Neutralität. Der fragwürdige Prozeß. I. Vorfälle im Sommer 1989, betreffend die österreichische Neutralität. Von gewissen Interessenten schon stillschweigend begraben, verschaffen laufende Ereignisse ihr einen neuen Stellenwert. 25.000 Menschen aus der (…)

MOZ, Nummer 48
Die DDR im Umbruch:

Konsumterror oder ökologische Vernunft

Januar
1990

Der ganze Osten bricht um. Während sich Ungarn und Polen auf dem Weg in Richtung kapitalistische Restauration befinden, sind in der DDR die Weichen für die künftige Entwicklung noch nicht so eindeutig auf Westkurs gestellt. Der Philosoph und Ökologe Wolfgang Harich — eine Symbolfigur des (…)

MOZ, Nummer 49

Die große bürgerliche Hochzeit

Februar
1990

Über die Verwandlung der realsozialistischen Anti-Natur in die bürgerliche Pseudo-Natur. Ein Essay. Die sich überstürzenden Ereignisse im Osten, die Öffnung der Grenzen und die ersten Kontakte der ‚Blockmenschen‘ miteinander haben gleichviel Sich-Überstürzendes in der westlichen (…)

MOZ, Nummer 50
Deutsche Frage:

Der nationale Nihilismus

März
1990

Gegen die Altersverkalkung der deutschen Linken zieht dieser Beitrag zu Felde und meint damit die Position jener Intellektuellen, die die deutsche Einheit als quasifaschistische Bedrohung empfinden und die Adenauer-Politik des geteilten Deutschland verteidigen. „Für uns ist das Fatale, daß ich (…)

MOZ, Nummer 50

Kapitalismus gescheitert

März
1990

Der Kapitalismus erobert die Welt, im deutsch-deutschen Fall ganz ohne militärische Gewalt. Die letzten GRÜNEN Realos sind auf den Wiedervereinigungs-Zug aufgesprungen. Man stelle sich vor, das ‚Argument‘, etwas sei richtig, weil eine Mehrheit es so sieht, gälte auch in anderen Bereichen (…)

FORVM, No. 433-435

Die Medien und ihr Auftrag*

März
1990

Zum Jahreswechsel 89/90 haben die „Ereignisse im Osten“ ihren Begriff gefunden: um „gewaltlose Revolutionen“ handelt es sich. Noch nie haben Massen sich so friedlich und diszipliniert verhalten. Wo noch vor kurzer Zeit totalitäre Regimes Akklamationsaufmärsche befahlen, da versammeln sich (…)

MOZ, Nummer 52

Hoffnung auf die Straße

Mai
1990

Während ich diese Zeilen schreibe, ist mir die endgültige Zusammensetzung der großkoalitionären DDR-Regierung noch nicht bekannt. Doch soviel ist klar: Der kleine Bruder DDR hat sich gleich bei der ersten Generalprobe seines großen Vorbildes würdig erwiesen. Unter den 24 Ministerposten würden (…)

FORVM, No. 439-441

Einheit, Freiheit usw.

Reflexionen zum deutsch-deutschen Zusammenwachsen
Juli
1990

Prof. M. H. ist Inhaberin des Lehrstuhls für Völkerrecht der Juristischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität zu Jena. Wir bringen hier ihren Vortrag vom 16. Mai 1990 am Institut für Staats- und Verwaltungsrecht der Universität Wien, den sie für uns überarbeitet hat. -Red. Europa und (…)

FORVM, No. 439-441

Wir Tschuschen der Piefkes?

Juli
1990

Des Autors satirische Glossen aus unsrer ehrwürdigen Tante im Geiste, der „Weltbühne“ in Berlin-Ost, wollten wir ursprünglich nachdrucken, solang deren geringe Verbreitung in westlichen Landen dies tunlich sein läßt. Vielleicht im Herbst — diesmal erhielten wir frisch seine zornigen Funksignale (…)

MOZ, Nummer 55

Pleite auf Preußisch

September
1990

Noch vor neun Monaten titelten wir unsere DDR-Geschichte „Chaos auf preußisch“. Heute, nur wenige Wochen nach dem Vollzug der deutsch-deutschen Währungs- und Sozialunion, müssen wir feststellen: Selbst die damals von vielen für übertrieben gehaltene Prognose muß einem noch düstereren Befund (…)

MOZ, Nummer 56
DDR-Nachruf

Der Staat stirbt ab

Oktober
1990

Sie haben Anfang und Ende der DDR miterlebt; Hoffnung und Enttäuschung, und wieder Hoffnung. Was haben die heute 65- bis 85jährigen über ‚ihren‘ Staat zu erzählen, der am 3. Oktober 1990 seine Pforten schließt? Diesmal hatten die Historiker die Nase vorne. Bereits am 22. Dezember 1989 (…)

MOZ, Nummer 58
Stasi-Ausstellung in Leipzig:

Der real existierende Nick Knatterton

Dezember
1990

Um das Volk vor sich selbst und anderen zu schützen, war den Mitarbeitern der Stasi nichts zu aufwendig, nichts zu schwierig und nichts zu dumm. Mit deutscher Gründlichkeit hielten sie ein Volk in Schach. Methoden und Ergebnisse dieser Arbeit sind bis auf weiteres in der „Heldenstadt“ Leipzig zu (…)

FORVM, No. 448-450

Auf Safari in Deutsch-Ost

Oder Das Ossi-Syndrom
Mai
1991

Der politische Witz profitiert allemal von nationalen Talfahrten, er verkümmert im Aufwind des Wohlstandes. In den neuen deutschen Bundesländern, die noch vor Jahresfrist DDR hießen, fragt man heute in bitterer Selbsterkenntnis: Was ist der Unterschied zwischen Ossi und Terrorist? Antwort: Der (…)

FORVM, No. 462-464

Herr Groll meets Herrn Tritt in Ostberlin

Juli
1992

Die Personen und ihre Darsteller: Herr Groll — Berufsunfähigkeitspensionist aus Wien XXI., Rollstuhlfahrer. Herr Tritt — Universitätslektor für Soziologie aus Wien XIII. Zeit: Im Jänner 1992, spätabends Ort: Berlin, Alexanderplatz. Eine Bierkneipe Herr Groll sitzt, zwei Glas Bier und ein Glas (…)

Café Critique, Jahr 1997

Antisemitismus in einem ostdeutschen Dorf 

Über eine Studie zum Judenhaß in der thüringischen Provinz
September
1997

Bereits vor der nationalen Einheit war klar, daß der Antisemitismus in einem erneut erwachenden Gesamtdeutschland zunehmen würde. Nationalismus — egal ob liberaler, faschistischer oder linker — ist in Deutschland ohne Antisemitismus kaum vorstellbar. Da mit der Wiedervereinigung auch die letzten (…)

Streifzüge, Heft 1/1999

Deutsche Grüne

März
1999

Auf eine umfassende Geschichte der deutschen Linken nach dem Zweiten Weltkrieg wartet man schon lange. Die beiden amerikanischen Politikwissenschaftler Andrei S. Markovits und Philip S. Gorski haben sie jedoch, anders als sie im Untertitel ihres Buches Grün schlägt rot. Die deutsche Linke nach (…)