Leo Gabriel

geb. 1945 in Neunkirchen/Niederösterreich als Sohn des Universitätsprofessors gleichen Namens, Dr. jur. (Wien), war im Mai 1968 in Paris dabei, 1969/70 Gastprofessor für Ideologiekritik an der Nationaluniversität in Mexiko, anschließend in San Francisco an der Gründung einer „University without walls“ beteiligt. Dann in Mexiko Schüler von Ivan Illich in Guernavaca. 1972 Mitbegründer der CLETA (Centro Libere de experimentación teatral y artistica), einer Organisation von jungen Musikern und Theaterleuten. Mit einer der 25 Gruppen bereiste G. von Mexiko aus zwei Jahre hindurch Lateinamerika, wo sie für die Bauern Theater spielten und selbstgedrehte Schmalfilme über die Basisbewegung vorführten.

Beiträge von Leo Gabriel
FORVM, No. 75

Philosophie unter Tito

Notizen von einer Vortragsreise nach Agram
■  Leo Gabriel
März
1960

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FORVM, No. 273/274

Indianisiert den Marxismus!

Interview mit einem Ketschuaschriftsteller*
■  Leo Gabriel ▪ Ramiro Reynaga
September
1976

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FORVM, No. 273/274

An der Graswurzel neu beginnen

Praxis der Basisbewegungen in Lateinamerika
■  Leo Gabriel
September
1976

In den letzten drei Jahren ist die politische Landkarte Lateinamerikas sehr dunkel geworden: die Morgenröte liberaler Regimes ist der schwarzen Nacht faschistischer Militärdiktaturen gewichen — in 16 von 20 lateinamerikanischen Ländern herrschen Militärdiktaturen. Von Allende (Chile), Juan José (...) Sie wollen diesen Text online lesen?
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FORVM, No. 273/274

Argentinien

■  Leo Gabriel ▪ Karlheinz Troger
September
1976

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FORVM, No. 273/274

Guatemala

■  Leo Gabriel
September
1976

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FORVM, No. 273/274

Mexiko

■  Leo Gabriel
September
1976

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FORVM, No. 337/338

Reagans Schlachthof

Gespräch über die Lage in Zentralamerika mit Michael Siegert
■  Leo Gabriel ▪ Michael Siegert
Februar
1982

Wenn Jaruzelski täte, was die mittelamerikanischen Diktatoren von Reagans Gnaden dürfen, nämlich Tag für Tag fünfzig Menschen umbringen, dann würden sich unsere Medien überschlagen (Jaruzelski hat in Summe etwa 200 auf dem Gewissen, an die 20 gibt er zu). Reagan ist dabei, in sein eigenes Vietnam zu (...) Sie wollen diesen Text online lesen?
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Beiträge zu Leo Gabriel
FORVM, No. 331/332

Mit dem Browning philosophiert

Der Mord an Moritz Schlick am 22. Juni 1936
Juli
1981

Die Geschichte der Ersten Republik ist schlimmer, als man in der Schule lernt. Die peinlichen Episoden werden verdrängt. Mit Psychoanalyse und Neopositivismus entwickelten sich in dem 1918 klein gewordenen Österreich später weltumspannend gewordene Geistesrichtungen. Ihre Liquidierung geschah (...)

Leo Gabriel (2016)

Leo Gabriel (* 27. Juli 1945 in Neunkirchen, Niederösterreich) ist ein österreichischer Sozialanthropologe, Journalist und Dokumentarfilmer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leo Gabriel, Sohn des Philosophen Leo Gabriel, stammt aus einem konservativen Elternhaus[1] und studierte nach dem Besuch des Humanistischen Gymnasiums Rechts- und Staatswissenschaften in Wien und Sozialanthropologie in Paris[2] bei Claude Lévi-Strauss[3], wo er den Mai 68 miterlebte.[1] Nach seiner Promotion ging er nach Lateinamerika, wo er u. a. als Professor für Politikwissenschaft in Mexiko-Stadt tätig war[3] und einige Zeit in Ivan Illichs Centro Intercultural de Documentación (CIDOC) in Cuernavaca verbrachte. 1975 gründete er mit Werner Hörtner und anderen die Informationsgruppe Lateinamerika (IGLA) mit dem Ziel, mit der Herausgabe der Zeitschrift Lateinamerika anders eine Gegenöffentlichkeit zur vorherrschenden Medienberichterstattung zu Lateinamerika aufzubauen.[1][4] Im Mai 1979 hielt er sich in Nicaragua auf, wo er als Korrespondent für zahlreiche europäische Medien, unter anderem die taz und die Neue Zürcher Zeitung, arbeitete. Nach dem Sieg der Sandinisten gründete Gabriel zusammen mit holländischen und spanischen Journalisten die alternative Nachrichtenagentur Agencia Periodística de Información Alternativa (APIA).[1] Gabriel blieb bis zur Abwahl der Sandinisten 1990 Informant der österreichischen Nicaragua-Solidaritätsbewegung.[1]

1985 bis 2005 war Leo Gabriel Leiter des „Ludwig-Boltzmann-Instituts für zeitgenössische Lateinamerikaforschung“ in den Räumen des Österreichischen Lateinamerika-Instituts in Wien.

2004 kandidierte er als Spitzenkandidat der LINKE Liste bei der Europawahl.[2] Er ist Koordinator des Projekts LATAUTONOMY[5] und Promotor des Weltsozialforums, des Europäischen Sozialforums[6] sowie Mitinitiator des Austrian Social Forum.[7] Zu den Themen Naher Osten, Palästina und Israel hat er sich kontrovers geäußert.[8][9]

Gabriel lebt seit 1996 in Wien. Er ist mit einer Salvadorianerin verheiratet, seine Kinder sind in Nicaragua geboren.[1]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aufstand der Kulturen. Konfliktregion Zentralamerika: Guatemala, El Salvador, Nicaragua. 1987.
  • (Hrsg. mit Werner Berger:) Alternativen zum Neoliberalismus in Lateinamerika. 1992, Passagen Verlag
  • La proyeccion social de las repoblaciónes en El Salvador: Una investigación socioantropológica da la Comisión para el Desarrollo de la Academia de Ciencas de Austria. 1993.
  • El Universo de la Tierra. Las culturas campesinas en el Pacífico y Centro de Nicaragua. Una investigación socio-antropológico de la Universidad Nacional Autónoma de Nicaragua. 1993.
  • El Universo de la Vida: „Las culturas campesinas y la situacion agraria en Guatemala“. Una investigación socioantropológica. 1995.
  • Die globale Vereinnahmung und der Widerstand Lateinamerikas gegen den Neoliberalismus. (1997)
  • Multikulturelle Autonomie in Lateinamerika. 2004.
  • (Hrsg.:) Politik der Eigenständigkeit: Lateinamerikanische Vorschläge für eine neue Demokratie. 2005, ISBN 385476-171-6.
  • (Hrsg.:) Lateinamerikas Demokratien im Umbruch. 2010, ISBN 978-3-85476-354-3.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Senderos
  • Das Boot der Hoffnung (1990), 60 min.
  • Opfer der Globalisierung: Maquiladora-Fabriken in Lateinamerika (1998), 11 min.
  • Opfer der Globalisierung: Clean Clothes (1999), 12 min.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Alexander Stoff: Die sandinistische Revolution in Nicaragua im Spiegel der entwicklungspolitischen Presse in Österreich – eine Diskursanalyse. (PDF; 1,2 MB) September 2007, S. 33–35, abgerufen am 17. Mai 2009.
  2. a b LINKE − Opposition für ein solidarisches Europa. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 12. April 2009; abgerufen am 17. Mai 2009. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/linke.cc
  3. a b Leo Gabriel: Aufstand der Kulturen. Konfliktregion Zentralamerika: Guatemala, El Salvador, Nicaragua. dtv, München 1988, ISBN 3-423-10956-4.
  4. Lateinamerika anders − Analysen, Berichte, Interviews, Reportagen. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 3. Juni 2009; abgerufen am 18. Mai 2009. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lateinamerika-anders.org
  5. LATAUTONOMY − Multicultural Autonomies in Latin America. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 28. Februar 2019; abgerufen am 17. Mai 2009. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.latautonomy.org
  6. Leo Gabriel, LATAUTONOMY (Hrsg.): Politik der Eigenständigkeit: Lateinamerikanische Vorschläge für eine neue Demokratie. Mandelbaum, Wien 2005, ISBN 3-85476-171-6, S. 433.
  7. Austrian Social Forum. Abgerufen am 18. Mai 2009.
  8. Karl Pfeifer: Österreichische Hamas-Unterstützer und die „Endlösung der Judenfrage“. haGalil online, 16. Februar 2009, abgerufen am 18. Mai 2009.
  9. Karl Pfeifer: Österreichische Hamas-Unterstützer und die „Endlösung der Judenfrage“. Aktion gegen den Antisemitismus in Österreich, 2009, abgerufen am 18. Mai 2009.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]