Weg und Ziel, Heft 4/1996

Herausgeber: Kommunistische Partei Österreichs
Redaktionskomitee: Dr. Winfried Garscha, Dr. Lutz Holzinger, Dr. Günter Klodner, Mag. Julius Mende, Dr. Martin Potschka, Dr. Wolfgang Priglinger, Helmut Rizy, Dr. Maria Wölflingseder
Abonnement, Vertrieb und Redaktionsadresse: Karin Springer, KPÖ, 1010 Wien
Layout: Matthäus Zinner
Druck: Resch und Vana, 1150 Wien

Beiträge

Das Subjekt politischen Eingriffs

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Wer über die laufenden gesellschaftli­chen Prozesse nachdenkt, kommt nicht umhin, festzustellen, daß diese von einer Vielzahl partikulärer Opposition gegen Marktunterwerfung und Macht­unterwerfung begleitet sind. Greenpeace-Aktionen gegen den profitorientierten Raubbau an den Meeren oder (…)


Ansatzpunkte für eine zeitnahe Reformulierung der historisch-materialistischen Klassenkonzeption*

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1. Ökonomische Verhältnisse Bislang gibt es keine überzeugenden Einwände dagegen, von Klassen als Ergebnis ökonomischer Verhältnisse, — wie sie für die kapitalistische Produktionsweise charakteristisch sind, — zu sprechen. Folgenschwere theoretische Verkürzungen bestehen darin, die (…)


Geschichte als Fortschritt

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Die Überschrift für sich mag schon eine Provokation sein, vor allem nach all den Intonierungen sowie Abgesängen, die der Fortschritt in diesem Jahrhundert aushalten mußte. Gerade aber in Zeiten wie diesen, ist es notwendig, sich den Grundsätzen emanzipatorischer Theorie neuerlich zu stellen, (…)


Oh, du teure Bildung

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Ein Teil, der vor dem Sommer angekündigten Restriktionen im Bildungswesen und insbesondere an den Hochschulen tritt schon in diesem Herbst in Kraft. Vor allem wurden Lehraufträge gekürzt, ihre Dotierung deutlich herabgesetzt und damit der fest angestellte Lehrkörper vor spürbaren Schnitten (…)


Die Informatisierung der gesellschaftlichen Arbeit*

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Auf dem Kongreß „Informationsgesellschaft — Medien — Demokratie“ im Januar 1996 in Hamburg beschäftigte sich eine der Arbeitsgruppen mit der Frage, ob wir es im Zuge der Informatisierung aller gesellschaftlichen Bereiche auch mit einer „Transformation der Arbeitsgesellschaft?“ zu tun hätten. Das (…)


Bildung und Wissen werden auf den Informationsmarkt geschmissen

Thesen über die ökonomischen Rahmenbedingungen für Bildungspolitik

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Der letzte Teil des 20. Jahrhunderts ist das Zeitalter des Humankapitals, das Zeitalter der Menschen. (Gary S. Becker, Nobelpreis 1992) Das klingt so imposant, daß es schon wieder abschreckt. Was wollen die von uns? Hat das etwas Gutes zu bedeuten, wenn ein Ökonom den Menschen in den (…)


Kann Bildung leisten was Politik versagt?

Von der „Illusion der Chancengleichheit durch Bildung“ zum „Mythos, durch Qualifizierungsmaßnahmen Arbeitslosigkeit verringern zu können“

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Es gibt kaum einen Punkt, in dem Politiker unterschiedlicher Couleurs, Gewerkschafter und Unternehmervertreter derzeit mehr übereinstimmen, wie in der Behauptung, daß dem Problem der anwachsenden Arbeitslosigkeit durch ein mehr und bedarfsgerechter qualifiziertes Arbeitskräftepotential (…)


Bildungs- und Ausbildungsstand in Österreich im internationalen Vergleich

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Es besteht kein Zweifel daran, daß der Bildungs- und Ausbildungsstand der Erwerbsbevölkerung in einem engen Zusammenhang mit den Möglichkeiten der ökonomischen Entwicklung eines Landes steht. Der Bildungspolitik, insbesonders den Bildungsinvestitionen, wird aus diesem Grund von der (…)


Bildungsökonomie — Ausweitung des kapitalistischen Denkens

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Die ökonomische Herangehensweise an Fragen der Erziehung und Bildung ist spätestens seit den Belastungspaketen I und II der Regierung allgemein bekannt und vielfach akzeptiert. Wenn von Bildungsökonomie die Rede ist, so sind mehrere Punkte zu beachten, die den Kontext abstecken, innerhalb (…)


Späte Entzauberung?*

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In der Einführung zu seinen religionssoziologischen Studien stellte Max Weber (1921) die Frage, welche Voraussetzungen den spezifisch okzidentalen Rationalismus hervorgebracht hätten. Als rational beschrieb er jenen Entzauberungsprozeß, der in Europa dazu geführt hat, daß die zerfallenden (…)


Die Macht des Faktischen

Ein Kommentar zur hochschulpolitischen Debatte rund um die universitäre Streikbewegung

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Die größte universitäre Widerstandsbewegung der Zweiten Republik ging im Sommersemester 1996 über die politische Bühne. Scheinbar ohne Erfolge. Auf realpolitischer Ebene wären diese auch aufgrund des politischen Kräfteverhältnises kaum zu erwarten gewesen. Die Frage bleibt jedoch, ob sich durch (…)


Sich in Haifa nach Haifa sehnen ...

Zum Tod des palästinensischen Schriftstellers Emil Habibi

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Sollte etwa mein Vertrauen in unsere Freiheit erschüttert sein, uns in diesem Land nach diesem Land zu sehnen — in Haifa nach Haifa? (Emil Habibi: Das Tal der Dschinnen) Es war ein zweifacher Skandal, als Emil Habibi 1992 als erster arabischsprachiger Autor von Jizhak Rabin mit dem (…)


Spaniens Himmel

Der Bürgerkrieg als Kampfprobe

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Vor nunmehr 60 Jahren ist der Spanische Bürgerkrieg ausgebrochen. Am 18. Juli 1936 erhob sich das in Spanisch-Marokko stationierte Armeekorps gegen die legitime Regierung. Der extra nach Marokko eingeflogene Franco war damals noch eine weniger bedeutende Figur. Oft wurde der Spanische (…)


Die österreichischen Spanienkämpfer

Eine Bilanz

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Am 22. Oktober dieses Jahres werden es sechzig Jahre, daß in Albacete, damals eine Stadt mit 43.000 Einwohnern in der Mancha, der Heimat Don Quijotes, die Internationalen Brigaden gegründet wurden, die nicht nur rechtslastige Historiker abwertend „Komintern-Armee“ nannten. Dabei wird ganz (…)


Gespreizter Schnickschnack

61

Ich muß die »Weg und Ziel«-Redaktion enttäuschen. Nach der Lektüre des Schandl-Artikels „Ambivalente Notizen zum historischen Subjekt“ (in »Weg und Ziel« 3/1996) gestehe ich, mich außerstande zu sehen, darauf zu antworten. Wiewohl ich Schandl hier und da schätzen gelernt habe, im vorliegenden (…)


Brief an die Redaktion

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Im Original meines Artikels über die Streikbewegung an den österreichischen Hochschulen, das der Redaktion von »Weg und Ziel« übermittelt worden ist, läßt sich im drittletzten Abschnitt, der unter anderem die Rolle des KSV behandelt, folgender Satz finden: „Nicht vergessen werden darf in diesem (…)


Sex & Kapital als Reich der niederen Dämonen

Bemerkungen zum Schwer­punkt von »Weg und Ziel« 2/1996

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1. Die gleichzeitige Entmythisierung und Remythisierung der Sexualität ist ein Exempel für die Doppelnatur der bürgerlichen Gesellschaft, die gleichzeitig progressive und retardierende Tendenzen entfaltet. Die Remythisierung der Sexualität, das retardierende Moment also, wird von rechts wie von (…)


Verwirrung geht weiter

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Es ist noch gar nicht so lange her, daß auf den Wiener Plakatwänden ein eigenartiges Plakat zu sehen war. Ich hätte es, wäre auf dem Impressum nicht SPÖ gestanden, für ein EU-Plakat der ÖVP bzw. der FPÖ gehalten. Vor dem Hintergrund von EU-Sternchen, von denen einige geradzu wie Flugzeuge (…)


Georg Scheuer (1915-1996)

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Georg Scheuer war bis 1934 Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes, nach dem Bruch mit dem Stalinismus Linksoppositioneller; er wandte sich jedoch auch bald von Leo Trotzki und der IV. Internationale ab. Im neuerstandenen Österreich war der ehemalige Widerstandskämpfer jahrelang Pariser (…)


Heinz Jung (1935-1996)

64

Bekannt war mir Heinz Jung seit Anfang der siebziger Jahre — als marxistischer Wissenschaftler und Publizist, als, neben Jupp Schleifstein, bedeutendster Kopf des Instituts für Maxistische Studien in Deutschland, ab 1981 dessen Leiter. Heinz Jung versuchte als einer der ersten die ganze (…)

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